Unter den äußeren Faktoren der arbeitsstündlichen
Produktion sind solche zu verstehen, die „außerhalb des
Machtbereichs des einzelnen Betriebes“ !) liegen und sich
in dreifacher Richtung gruppieren lassen: Die politische
Lage, die allgemeine wirtschaftliche Lage und die spezielle
wirtschaftliche Lage. Im Hinblick auf die politische
Lage kann festgestellt werden, daß ein tief in das gesamte
Geflecht dieser Ursachen und Wirkungen eingreifender
Unterschied besteht für die zum Vergleich herangezogenen
Jahre 1913/14 und 1923/24. In der Nachkriegszeit war
die Aufmerksamkeit der Arbeiter vom politischen Kampf
bei weitem stärker in Anspruch genommen als vor dem
Kriege. Das beeinflußte den Arbeitswillen ungünstig und
wirkte sich auch indirekt in der Beschäftigung des Arbeiters
während seiner Freizeit aus, indem er bis in die Nacht
hinein an politischen Versammlungen teilnahm 7)
Als ebenso grundverschieden muß die allgemeine
wirtschaftliche Lage vor und nach dem Kriege an-
gesehen werden, die für das untersuchte Hochofenwerk
beispielsweise zu unregelmäßiger, oft stockender Belieferung
mit Roh- und Betriebsstoffen (vor allem mit Koks, noch
dazu minderer Qualität als in der Friedenszeit) und damit
zu Wirkungen auf die arbeitsstündliche Produktion führte.
Daß ferner der Zustand der maschinellen Einrichtungen
und der Apparate, insbesondere des Hochofens selbst, durch
die übermäßige Inanspruchnahme während des Krieges und
noch in der Nachkriegszeit des öfteren Störungen ver-
ursachte und vermehrte Einstellung von Arbeitern für
Reparaturen erforderte, wurde bereits ausgeführt (s. S. 30);
auch hieraus mußte eine außerordentliche Einflußnahme:
auf die Betriebsverhältnisse entstehen. Schließlich brachte
es die wirtschaftlich schwierige Lage des Jahres 1923.
') Lipmann, Das Arbeitszeitproblem (1. Auflage), A 32,
*) So lagen die Verhältnisse nach vielfachen persönlichen Aus-
künften in jener Gegend.
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