Metadata : Factures consulaires et certificats d'origine

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197 sich um keine Geschäfte. Einige weitere zuverlässige Mitteilungen bieten die Bücher der Belli-Gontard. Nachdem diese Schriftstellerin den Tod ihrer Mutter erzählt hat, fährt sie folgendermaßen fort: „Ich hatte den Garten geerbt. Kurz nachdem ward ich durch einen Makler beinahe täglich gepeinigt, ­ den Garten an Amschel Rothschild zu verkaufen, dessen Nachbarn wir geworden waren. Der Mann sagte mir sogar, wenn Rothschild seinen Wunsch nicht erfüllt bekäme, wäre er im Stande, in Geschäften unserer Handlung zu schaden. Darauf ging ich sogleich zu der Mutter Rothschilds, ich bat sie, mit ihrem Sohne zu sprechen. Die alte Dame tadelte das Betragen ­ Rothschilds und versprach, Alles zu ordnen; sie hielt redlich Wort. Von da an besuchte ich sie, nach ihrem Wunsche, beinahe jede Woche, sie war eine gute, gescheidte Frau und blieb ganz klar bis in ihr hohes Alter. Doctor Stiebei war ihr Arzt, sie hielt viel von ihm. Einst klagte sie ihm körperliche Schwäche, und er antwortete: Ja, übe Frau Baronin, jünger kann ich Sie nicht machen. Ach, antwortete sie schnell, jünger will ich ja auch nicht werden, aber älter, älter sollen Sie mich machen.“ „Die alte Baronin von Rothschild aß niemals außer Hause, auch bei keinem ihrer Söhne; gab Baron Amschel kein diplomatisches Mittagessen, so erschien sie nach Tische einige Zeit im Garten, sie liebte dort spazieren zu gehen-Einmal tat sie es, von mir geführt, sie klagte über ihre Gesundheit, sie sagte: Wissen Sie, ich habe zu viele Kinder gehabt; schöpft man doch den tiefsten Brunnen aus. — Sie hatte die Eigenheit, ihre Rechnungen auf das Comptoir zu senden, die Söhne mußten Alles bezahlen. Mit ihrem Gelde mochten diese aber auch speculieren, sie gab nichts aus; sie sparte stets; von den Söhnen begehrte sie Geschenke, diese ließen ihr Schmuck und Hauben von Paris kommen von kostbaren Spitzen, und mit blaßrothen Rosen verziert. Anders trug sie sie nicht. Den Schmuck hob sie auf, ohne etwas davon zu benutzen.“ „Rothschilds Gattin starb am 7. Mai 1849 beinahe ­ 96 Jahre alt. Sie hatte ihren Mann 37 Jahre überlebt. Trotz allem Glanz und Reichtum, die sie umgaben, blieb sie bis an ihr Ende in der Judengasse wohnen; sie war sehr wohltätig, viele Tränen geleiteten sie zum Grabe.“ (Belli-Gontard, Maria. Lebenserinnerungen, 1872, S. 238, 283; Dies. Leben in Frankfurt a. M., Bd. 10, 1851, S. 10.)
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