fullscreen : Compte rendu des travaux de la Chambre Syndicale pendant lʹannée 1926

Buch  IL
Die  katholischen  und  verwandten  Richtungen.
Wir  haben  es  bei  den  hier  in  Frage  kommenden  Richtungen ­
  nicht  so  sehr  mit  spezifisch  volkswirtschaftlichen  Schulen
zu  tun,  sondern  mit  allgemein  sozial  wissenschaftlichen,  denen
es  auf  die  Durchdringung  der  Gesellschafts-  und  Wirtschaftsordnung ­
  mit  bestimmten,  ethisch  -  religiösen  Anschauungen  in
erster  Linie  ankommt.  Darum  treten  auch  in  den  katholischen
Schulen  die  Detail  fragen  der  Wirtschafts-  und  Sozialpolitik  weit
mehr  in  den  Vordergrund,  als  dies  bei  der  klassischen  Schule
der  Fall  ist.  Die  praktische  Aktion,  die  Unterwerfung  des
Lebens  unter  Postulate,  die  von  außen  an  das  Gesellschaftsund ­
  Wirtschaftsleben  herantreten,  ist  hier  die  Hauptsorge.  Das
einigende  Band  aller  hierher  gehörigen  Gruppen  ist  eben  die
Grundanschauung,  daß  der  staatliche  Organismus  und  das  Wirtschaftsleben ­
  der  katholisch-kirchlichen  Sittenlehre  oder  doch
mindestens  dem  Dekalog  (Le  Play)  entsprechend  zu  gestalten
seien.  Darüber  allerdings,  wie  eine  solche  Gesellschafts-  und
Wirtschaftsordnung  aussehen  soll,  und  welche  Mittel  zu  deren
Verwirklichung  am  geeignetsten  erscheinen,  darüber  gehen  die
Meinungen  auseinander.  Die  Geister  scheiden  sich,  sobald  es
gilt,  Stellung  zu  nehmen  zu  den  zwei  Kardinalfragen  der  Organisation ­
  der  Gesellschaft  und  der  Einmischung  des  Staates  ins
Wirtschaftsleben.
Die  heutige  Gruppierung  der  katholischen  und  verwandten
Schulen  ist  wesentlich  durch  die  Stellungnahme  zur  Frage  der
Staatsintervention  bedingt.  Wir  unterscheiden  Interventionisten
und  Nichtinterventionisten.  Innerhalb  einer  jeden  dieser  beiden
Gruppen  begründen  die  Anschauungen,  welche  sich  auf  die
            
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