Full text: Graf Georg Kankrin in nationalökonomischer und finanzwirtschaftlicher Beziehung

— 47 — 
der einer Nation, ist folgender: 1) der angelegte Reichtum 
an Land, Gebäuden etc.; 2) der Geldreichtum, zu 
dem »kursierende einen inneren Wert habende (besitzende) 
Wertzeichen« gehören; 3) der schwebende Reichtum, 
welcher »alle verzehrbaren Dinge« in sich schließt, und der 
wieder: a) der selbsterworbene eines Volkes und b) der 
»des Raubes und der Vervorteilung« (Übervorteilung) ist, — 
nur von diesem schwebenden Reichtum rühre das 
Nationaleinkommen her; 4) der tote Reichtum: Kostbar 
keiten etc. 1 ) 
Der ganz primitive Charakter des Begriffes vom Kapital, 
wie auch seine verschiedenartigen und verworrenen Ein 
teilungen, bei denen der nationalökonomische Gesichtspunkt 
fast völlig außer acht gelassen ist, sind bei Kankrin desto 
merkwürdiger, als er in dieser Hinsicht einen so vortrefflichen 
Vorläufer in A. Smith gehabt hatte. 
Viel einheitlicher und konsequenter, als die Lehre vom 
Kapital, hat Kankrin die Lehre vom Gelde dargelegt, welche 
wir jedoch, wie schon einleitend gesagt wurde, in einem 
besonderen Kapitel ausführlicher behandeln. 
Im nahen Zusammenhang mit der Geldlehre steht 
Q- Kankrins Wert- und Preislehre, die er an jene anschließt. 
Wir geben die Wert- und Preislehre im folgenden kurz 
wieder. 
Im Naturzustand gab es nur Gebrauchswerte. Im 
Laufe der Zeit, mit dem Fortschreiten der Kultur, sind dann 
Tauschwerte entstanden, zuletzt aber auch Geldwerte. 2 ) 
Der Wert der Dinge wird von Kankrin in den Grund 
wert, in den Konsumtibilienwert und in den Wert der 
Arbeit eingeteilt. 
Unter Grundwert versteht Kankrin den Wert der un 
beweglichen »natürlichen Gegenstände, die die Basis der 
Produktion« bilden, wie Land und Wasser. Dieser Wert 
wird durch den Preis der Arbeit bestimmt, die »zur Urbar- 
') Ök. 20. - 2 ) Weltr. 79.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.