Verfall des deutschen Einflusses nach außen, Ruin im Innern. 441
in den sagenreichen Kämpfen von Kossowa (1889), vergebens
die Ungarn in der Schlacht von Nikopolis (1396) entgegen⸗
getreten!. Von Adrianopel, der moscheenreichen Hauptstadt
Murads J. aus, verleibte Sultan Bajesid Bosnien dem Reiche
ein und begann die Belagerung Konstantinopels. Nur vorüber⸗
gehend ward dieser Aufschwung durch den Einfall des Mon—
golenchans Timur unterbrochen; Murad II. (1421 -651) nahm
alle Ziele seiner Ahnen wieder auf. Vor allem galt es die
Zerstörung des beinahe schon auf die Hauptstadt beschränkten
Reiches von Byzanz. Gegenüber diesem Drohen kam es zur
Union der morgenländischen und abendländischen Kirche (1439)2
und zur Aussicht auf die kriegerische Hilfe des Occidents.
Es war hohe Zeit, denn seit 1483 wandte sich Murad II.
in neuen Zügen donauaufwärts, und bald darauf starb in dem
deutschen König Albrecht II. der Gegner, der Murad eben—
bürtig gewesen sein würde. An dessen Statt hatte jetzt Ladis—
laus Posthumus, sein nachgeborener Sohn, drei Monate alt zu
Stuhlweißenburg die Krone des heiligen Stephan empfangen.
Was konnte er, was sein trübseliger Vormund König Friedrich
dem Reiche nützen? Die Mehrzahl der ungarischen Mag-—
naten wünschte die Hilfe Polens und erhielt sie, indem sie den
fünfzehnjährigen Polenkönig Wladislaw am 17. Juli 1440 auch
auf den ungarischen Thron berief. Dem hätte König Friedrich
als Vormund Ladislaus' entgegentreten sollen; statt dessen schloß
er mit Wladislaw einen zweijährigen Waffenstillstand.
Wladislaw aber brach mit einem großen Kreuzheere unter
Begleitung des Kardinals Cesarini als päpstlichen Legaten
gegen die Türken vor; er siegte bei Nissa (85. November 14438),
er drang über Pirot bis nach Sofia, er schlug den Beglerbeg
Kasim bei Kunowitza. Und noch ruhte er nicht. Trotz der
Verabredung eines zehnjährigen Waffenstillstandes mit den
Türken zog er im Jahre 1444 von neuem aus; von Belgrad
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