Full text: Kameralwissenschaften und vergleichende Betriebswirtschaftslehre

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nach den‘ Gebieten der Land- und Forstwirtschaft mit ihren 
Nebengewerben. 
Dies muß als eine notwendige Folge des Uebergangs an 
die Hochschulen angesehen werden. 
Während für die alten Kameralisten die Propagierung 
der Merkantilidee und damit die privatökonomischen Fragen 
des Handels, des Kredites, der Banken, der Wechselkurse 
im Mittelpunkt standen, tritt jetzt die Frage der Beamten- 
vorbildung und deren Unterrichtsziele in den Vordergrund. 
Schon Friedrich Wilhelm I. hatte bei Begründung der Pro- 
fessur deutlich betont, daß die „Anfänger und jungen Leute“ 
eine gute Unterweisung in ökonomischen Dingen erhalten 
sollten, da er mit der juristischen Ausbildung unzufrieden 
war. Sie sollten, wie Gasser nachher schrieb, nicht wie 
ABC-Schützen im Amte anfangen müssen. 
Die Beamten, die vorzubilden waren, waren nun aber 
in besonderem Maße für die Domänen und die Rentheyämter 
bestimmt, und für beide Fälle war wegen der Bewirtschaf- 
tung oder der Besteuerung die Landökonomie der wichtigste 
privatökonomische Lehrgegenstand. Die Verschiebung nach 
dieser Seite ist daher fast eine Selbstverständlichkeit. 
Mit dieser Verlagerung hängt es auch z. T. zusammen, 
daß nach der Auflösung der Kameralistik die land- und 
forstwirtschaftliche Privatökonomie ein akademisches Lehr- 
fach geblieben ist, während die merkantile als die weniger 
gepflegte und für ‘das Beamtentum wenigstens unmittelbar 
weniger erforderliche mit dem Zusammenbruch der Kameral- 
wissenschaften als akademisches Lehrfach für etwa 70 Jahre 
heimatlos werden mußte. 
' Mit der Frage des Unterrichtsbetriebes scheint auch 
noch eine zweite Entwicklungsreihe im Zusammenhang zu 
stehen, und zwar das Vordringen des technologischen Ele- 
mentes innerhalb der einzelnen Privatökonomien, 
Die akademischen Lehrer ‚mußten ihren Zöglingen aus 
den einzelnen Privatökonomien Stoff darbieten, und sie nah- 
men ihn zunächst, wo sie ihn fanden. 
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