fullscreen : Einführung in die Volkswirtschaftslehre

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Die  Voraussetzungen  der  (Sütererzeugung,
verhalten  wie  256  :9,  in  drei  Iahrunderten  wie  4096  :  (5,  und
in  zwei  Jahrtausenden  würde  die  Differenz  beinahe  unberechenbar ­
  sein.  (Es  müßte  also  einfach  durch  Mangel  an  Nahrungsmitteln ­
  das  Wachstum  der  Bevölkerung  eine  natürliche  Beschränkung ­
  finden.  Diese  Lehre  von  Malthus  mit  den  weiteren  Folgerungen, ­
  die  er  aus  ihr  gezogen  hat  und  die  oft  genug  mißverstanden
worden  sind,  gehört  zu  den  umstrittensten  der  ganzen  Volkswirtschaftslehre. ­
  Im  ganzen  dürfte  an  ihrer  Richtigkeit  nicht  zu
zweifeln  sein.  Zwar  wird  niemand  an  den  Zahlen  der
geometrischen  und  arithmetischen  Progression  unbedingt  festhalten,
die  übrigens  Malthus  selbst  nur  als  Vermutung  aufgestellt  hat;
es  ist  weiter  klar,  daß  durch  die  technischen  Fortschritte  der  Landwirtschaft ­
  und  durch  die  Entwicklung  der  Verkehrsmittel  das
Malthussche  Gesetz  vorläufig  für  uns  praktisch  außer  Wirksamkeit
gesetzt  ist;  aber  da  der  Flächenraum  der  Erde  begrenzt  ist,  da  die
Ertragssteigerung  der  Pflanzen  nicht  ins  Ungemessene  gehen  kann,
ist  ein  Ende  der  organischen  Nahrungsmittelxroduktion,  wenn  auch
in  noch  so  ferner  Zeit,  und  damit  der  Ernährungsmöglichkeit
der  Menschen  gegeben.  Wir  wollen  nur  hoffen,  daß  bis  dahin  die
Chemie  die  Prophezeiung  Werner  von  Siemens'  wahr  macht,  daß
man  die  Lebensmittel  aus  ihren  anorganischen  Bestandteilen  durch
chemische  Synthese  herzustellen  lernen  werde.
Inzwischen  ist  freilich  eine  andere  Erscheinung  aufgetreten,
welche  die  praktischen  Folgen  des  Malthusschen  Gesetzes  bis  zu
einem  gewissen  Grade  aufhebt:  dies  ist  der  Rückgang  der
Geburtenziffer  bei  den  Kulturnationen.  Am
deutlichsten  zeigt  sich  dies  bekanntlich  in  Frankreich,  wo  die  Bevölkerung ­
  schon  stationär  geworden  ist;  der  natürliche  Geburtenüberschuß ­
  dieses  Landes  betrug  im  Iahre  19  z  5  nur  noch  j  pro
Mille,  gegen  *2,4  pro  Mille  in  Deutschland  und  jo,2  in  England.
Leider  aber  ist  nun  auch  Deutschland,  wie-vor  ihm  schon  Großbritannien, ­
  auf  den  absteigenden  Ast  des  Geburtenrückganges  geraten; ­
  namentlich  die  Großstädte  zeigen  trotz  ihrer  vorzüglichen
hygienischen  Einrichtungen  erschreckende  Ziffern  dieser  Art.  So
betrug  die  Zahl  der  Lebend  geborenen  in  pro  Mille  der  Bevölkerung ­
  in  Düsseldorf:
im  Iahre  4898  .  .  .  40,7
„  1901  •  •  •  38,3
„  „  1907  .  .  .  33,1
„  1912  .  .  .  26,3.  •
            
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