IV. Das gemeinschaftliche Interesse von Arbeit und Kapital.
zur Zeit vorherrschenden Preisen abgeschlossen. Gerade die Vor
gänge des letzten Jahres 1 ) bieten vielleicht den besten Beweis für
die hier in Betracht kommende Schwierigkeit. Eisenschienen waren
am Ende des vorigen Jahres bei Lieferungsverpflichtung für dieses
Jahr 29 Dollar (112 Mark) per Tonne loco Werke. Die Fabriken
übernahmen ohne weiteres Aufträge zu diesen Preisen und fuhren
fort, sie zu übernehmen, bis die unerwartet eintretende Nachfrage
den Preis auf 35 Dollar (140 Mark) per Tonne in die Höhe
trieb. Infolgedessen sind die meisten Betriebe Amerikas gezwungen,
für sechs Monate und auch länger zu einem niedrigeren Durch
schnittspreise als 31 Dollar (124 Mark) die Tonne, an der Seeküste
sowohl, wie um Pittsburg herum und — sagen wir, zum Preise
von 34 Dollar (136 Mark) um Chicago herum zu liefern. Fracht
und Eisensteine sind inzwischen merklich in die Höhe gegangen;
die Werke müssen daher für den Hauptteil des Jahres mit sehr
geringem Verdienst arbeiten. Die Arbeiter dagegen, welche durch
die Zeitungen von der Preissteigerung erfahren, verlangen ganz
natürlich ihren Anteil an der Steigerung der Preise und erhalten
ihn auch bei den bestehenden ungesunden Beziehungen zwischen
Kapital und Arbeit. Die Arbeitgeber hatten widerwillig nach
zugeben, obgleich ihnen durchaus klar war, daß sie unter gesunden
Verhältnissen gar nicht hätten darum angegangen werden können;
so entstand eine Reibung zwischen beiden Teilen und eine noch
jetzt bestehende Unzufriedenheit bei den Arbeitgebern. Und nun
die Kehrseite des Bildes: Der Eisenschienenmarkt fällt wieder,
und die Werke haben noch für sechs Monate Arbeit zu höheren
als den üblichen Preisen; sie können ihren Leuten auch höhere
Löhne zahlen, als der übliche Satz ist; doch da sie ihnen kurz
vorher außerordentlich hohe Löhne zahlen mußten, die sie eigent
lich nicht hätten zahlen dürfen, so versuchen sie jetzt, die Löhne
im Verhältnis zu den niedrigen Preisen des Schienenmarktes herab
zudrücken. Die Folge davon ist: Unzufriedenheit unter den Arbei
tern, Unterhandlungen und endlich Arbeitseinstellung, welche den
Jahresanfang kennzeichneten. Mit anderen Worten: wenn der
Arbeitgeber heruntergeht, besteht der Arbeitnehmer darauf, in die
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