Vorwort.
Dieses Buch ist weniger dazu bestimmt, einen erschöpfenden
Bericht über die nationalökonomische Literatur Frankreichs zu
erstatten, als ein anschauliches, genetisches Gesamtbild des
volkswirtschaftlichen Denkens in diesem Lande zu gehen. Es
kam darum nicht so sehr auf Vollständigkeit an, als darauf,
eine jede Gedankenrichtung durch Herausheben der bedeutendem
Autoren, in denen sie sich verkörpert, zu kennzeichnen. Wieder
holte, längere Aufenthalte in Paris hatten mir die Gelegenheit
gegeben, durch Bibliothekstudien an der Bibliothèque nationale
und im Musée social, durch den Besuch von Vorlesungen und
Vorträgen in den verschiedensten Unterrichtsanstalten, endlich
nicht zum wenigsten im persönlichen Verkehr mit National
ökonomen und Soziologen der verschiedensten Richtungen, mich
mit dem Gegenstand vertraut zu machen. Die gesammelten
Materiahen waren im Laufe der Zeit derart angewachsen, daß
ich mich bei der Ausarbeitung, um überhaupt ein Ende zu er
reichen, entschließen mußte, nicht nur eine Auswahl zu treffen,
sondern auch eine bedeutend kürzere und gedrängtere Dar
stellung zu Papier zu bringen, als ursprünglich geplant war.
Dabei konnten viele interessante Autoren nur eine allzu flüchtige
Berücksichtigung finden; andere wird man überhaupt vermissen.
Das Streben nach allseitiger Berücksichtigung auch der Einzel
heiten mußte sich der Sorge unterordnen, ein übersichtliches
Gesamtbild zu bieten, das die wesentlichen Züge der Wirklich
keit möglichst getreu wiedergibt. Aber die Beschränkung, zu
der dieser Gesichtspunkt zwang, genügte noch nicht. Weil die
äußerste mir zur Verfügung stehende Zeit abgelaufen war und
die Umstände gebieterisch zum Abschluß drängten, mußte im
letzten Augenblick auf die Aufnahme der sozialistischen Autoren