Wenn der Oesterreichische Touring-Club in der
Vorkriegszeit seit der im Jahre 1808 erfolgten Grün-
lung der Ligue Internationale des Associations
F’ourisme angehörte und solchermaßen durch Gegen-
zeitigkeits - Verträge mit den in dieser Ligue ver-
einigten Verbänden in der Lage war, seinen Mit-
gliedern bei Auslandsreisen weitgehendste Erleich-
terungen‘ zu schaffen, so mußte in der Nachkriegszeit
vor allem darauf Bedacht genommen werden, die
internationalen Beziehungen so rasch als möglich
wieder herzustellen, was durch den Beitritt zur
Alliance Internationale de Tourisme, sowie . zum
Conseil Central du Tourisme Internationale bewerk-
stelligt wurde. Die Anerkennung seiner Internatio-
aalen Stellung fand der Oesterreichische Touring-
Club durch die im Jahre 1926 in Wien abgehaltene
Tagung der A. J. T., bei welcher die. Teilnehmer
Gelegenheit hatten, an Ort und Stelle ihre Eindrücke
über Oesterreich als Kulturland zu gewinnen; Oester-
reichs Naturschönheiten kennenzulernen und ins-
besondere die Bedeutung der österreichischen Bundes-
Hauptstadt Wien als Kunststätte zu würdigen.
In seiner weiteren Entwicklung hat der Oester-
reichische Touring-Club in seinen Räumen, in Wien
[X., Peregringasse 2, ein Generalsekretariat und in
Graz, Innsbruck, Klagenfurt, Salzburg und Wels ein
Sekretariat errichtet, wo den eigenen Mitgliedern,
sowie den Mitgliedern der alliierten ausländischen
Klubs unentgeltlich Reiseauskünfte, sowie solche
über die jeweiligen Straßenverhältnisse erteilt werden.
Eine wesentliche Bereicherung erfuhr diese Aktion
durch die Ausgabe von zirka 2000 Reiserouten, die
sich über ganz Europa erstrecken, wodurch es mög-
lich ist, den Interessenten in wenigen Minuten genaue
Reiserouten auszufolgen, die von einem beliebigen
Orte in Europa zu einer freigewählten anderen euro-
oäischen Zielstation führen und den einzuschlagenden
Weg, unter Bekanntgabe aller auf der Strecke liegen-
den Zwischenstationen und Kilometer- Distanzen ge-
aau kennzeichnen. Zweckmäßigerweise mußte auch
der Evidenzführung von empfehlenswerten Unter-
kunftsstätten ein besonderes Augenmerk zugewendet
werden, sowie auch der Bekanntgabe von Auto-
Reparaturwerkstätten.
Für den internationalen Verkehr kommt vor allem
dem durch den Oesterreichischen Touring-Club er-
möglichten Bezug von Triptyques und Carnets de
Passages en Douanes eine besondere Bedeutung bei.
Durch Gegenseitigkeits- Verträge ist der ÖOester-
reichische Touring-Club in der Lage, von seinen
alliierten Klubs die erforderlichen Dokumente zum
zollerlagfreien Grenzübertritt zu beziehen und an
seine Mitglieder weiterzugeben, während für. die
Einreise näch Oesterreich die Triptyques des Oester-
reichischen Touring-Clubs und dieCarnets de Passages
der A.J.T. von den ausländischen Klubs ausgegeben
werden. Der Oesterreichische Touring-Club stellt
erner auf Grund einer Ermächtigung des Bundes-
Jinisteriums für Finanzen und Verkehr.an die in-
ändischen Kraftfahrer internationale. Fahrausweise
ıus, die zur Lenkung von Kraftfahrzeugen im Aus-
ande berechtigen.
Auf wirtschaftlichem Gebiete war es stets im Be-
treben der Klubleitung, gewesen, seinen Mitgliedern
‚esondere Vorteile zu bieten. Vor allem sei die
costenlose allgemeine Sport- Unfallversicherung er-
vähnt, deren Genuß durch die Mitgliedschaft erworben
vird. Namhafte Begünstigungen in Hotels und bei
len auf das Kraftfahrwesen bezughabenden Firmen
stehen den Mitgliedern zur Verfügung. Durch die
Zrrichtung einer Kunststelle sind die Angehörigen
les Oesterreichischen Touring-Clubs in der Lage,
edeutend ermäßigte Eintrittskarten für die Wiener
C’heater zu beziehen. Eine Beratungsstelle für tech-
ıische, rechtliche und Versicherungsangelegenheiten
1at sich im Interesse der Mitglieder bestens bewährt.
Der Oesterreichische Touring - Club gibt weiters
aäne monatlich erscheinende, reich illustrierte Zeit-
schrift, sowie ein Handbuch heraus, welche den Mit-
zliedern unentgeltlich verahfolgt werden.
Aber nicht nur in Wien, auch in sämtlichen
3Zundesländern hat der Oesterreichische Touring-
7lub festen Fuß gefaßt und durch die dort beste-
ı1enden Zweigvereine eine äußerst rege Tätigkeit
antfaltet. In fast sämtlichen bedeutenderen Ortschaften
Jesterreichs wurden Konsulenten aufgestellt, die den
‚eisenden Automobilisten und Motorradfahrern durch
Aat und Unterstützung beistehen. Eine im Interesse
les Reiseverkehrs ganz besonders hervorzuhebende
\ktion des Oesterreichischen Touring-Clubs ist die
Aufstellung von Ortsbezeichnungs- und Richtungs-
tafeln, derzufolge an sämtlichen Eingängen der öster-
»eichischen Ortschaften Bezeichnungstafeln errichtet
und instandgehalten werden, die in deutlich sicht-
baren Aufschriften den. Namen der betreffenden
Vom Blumenkorso: Die Jury. Von links nach rechts: Professor
Witzmann, Exzellenz Madle von Lenzbrugg, Architekt
TJTarav. Hubert Marischka