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Jahre geschehen, grössere Rückzahlungen ausserhalb der regel
mässigen Tilgungsfrist erfolgen. Es ist dies also der zweite Punkt,
worin cs die Direktion an der wUnschenswerthcn Offenheit fehlen
lässt.
Vom oben angeführten Jahresgewinne entfallen weitere 730,115 M.
auf die Aktien als 7‘/.j pCt. Dividende, und 44,803 M. als (ver-
hältnissniässig bescheidene) Tantieme auf die Mitglieder des Ver
waltungsraths und der Direktion. Die Aktienrente betrug seit
1870^1876: 8, 9, 8, l'h, 70%, 7V)2 und 7^2 pCt.
lieber die Gewinnvertheilung besagt das Statut, dass zunächst
4 pCt. den Aktionären zuzutheilen, und vom Gewinnrest ihnen 75 pCt,
dem Reservefond 15, der Verwaltnng 10 pCt. zu überweisen sind.
Es bestand also kein statutenmässiges Recht, ausserhalb der ordent
lichen Reserve noch einen Provisions-Reservefond zu bilden.
Die Frankfurter Hypothekenbank besass Ende 1876 ein ein-
gczahltes Aktienkapital von 3,428,571 M., welches inzwischen
durch die erfolgte Ausschreibung einer Einzahlung bis spätestens
1. April von 12' \ pCt. = M. 214.29 per Aktie auf 4,500,000 M.
gebracht worden ist. Die Aktien sind jetzt also mit 52'/.^ pCt-
cingczahlt. Der Pfandbriefumlauf war zu Ende v. J. 33,501,710 M.,
hatte demnach die Maxiinalgrcnzc (das Zehnfache des Aktienkapitals)
nahezu erreicht, die Reserven betrugen zusammen 311,005 M. ~
etwas über 9 pCt. des damals eingezahlten Aktienkapitals. Sonstige
Passivposten von Bedeutung (abgesehen von 585,484 M. unerhobenen
Pfandbriefzinsen) waren nicht vorhanden. Unter den Aktiven tigu-
riren neben 275,344 M. Kassa und 1,210,777 M. Wechsel 2o,<07,815M.
Hypotheken als Gegenwerth für die Pfandbriefe, ferner 205,092 M.
Effekten des Reservefonds und 400,202 M. Lombard-Konto. Die
Lage der Anstalt erscheint hiernach als eine sehr durchsichtige.
Aus dem recht ausführlichen Geschäftsbericht ist zu entnehmen,
(lass von den im Jahre 1870 erworbenen Hypotheken per 8,031,213 M.,
3,737,014 M. auf Frankfurt a M., 1,000,000 M. auf Hessen-Nassau,
410,307 M. auf Hessen-Darmstadt, somit ^Is auf das unmittelbare,
natürliche Geschäftsgebiet der Frankfurter Hypothekenbivik ent
fallen. Am Rest partizipiren Berlin mit 894,000 M., Oesterreich
mit 816,791 M. u. s. w. Die Gewährung dieses letzteren Darlehens-
posteu muss einigermassen überraschen, wenn man vorher auf
Seite 2 des Geschäftsberichts liest, dass „in Folge der beispiellos