Irsachen der
Ausgaben-
steigerung.
ten öffentlichen Finanzgebarung für
eine der wichtigsten staatspoliti-
schen Aufgaben und erwarten dabei,
daß es gelingt, in kürzester Zeit
nicht nur Sicherheit, sondern auch
Wirtschaftlichkeit in unsere öffent»
liche Finanzwirtschaft zu bringen.
In dem jetzigen Umfang und der
Art der Ausgabenwirtschaft der
öffentlichen Verbände, insbesondere
auch der Länder und nicht zuletzt
der Gemeinden, sehen wir die größ-
"en Gefahren.
Die Ursachen unserer geradezu
schrankenlosen Ausgabenwirtschaft
ınd Verwaltungsüberorganisation
üegen in der Überspannung der
5ffentlichen Aufgaben, der Zer:
s;plitterung der Reichsverwaltung in
zahlreiche Sonderorganisationen,
sowie in dem Neben: und Gegen:
sinanderarbeiten von Reichs: und
Landesbehörden, Regierungen und
Parlamenten, das eine Menge von
Doppelarbeit, von Reibungen und
Überschneidungen und damit von
überflüssigen Verwaltungsausgaben
hervorruft. Wir haben zuviel Bez
amte, die zu einem großen Teil mit
unproduktiven Arbeiten beschäftigt
sind. Wenn es nicht gelingt, den
Verwaltungsaufwand zuzüglich des
allgemeinen Teuerungsfaktors und
der durch die neuen Aufgaben un:
vermeidlichen Ausgaben ungefähr
auf den Umfang der Vorkriegs-
zeit zurückzubringen, so ist er
jür die deutsche Wirtschaft nicht
tragbar, Denn wir haben neben
den früheren Lasten nicht nur die
Reparationsleistungen aufzubringen,
sondern auch noch für etwa 4 Mil:
lionen Kriegsbeschädigte und Kriegs:
hinterbliebene und sonst durch den
Krieg Enterbte zu sorgen. In diesem
Zusammenhang ist es wichtig fest:
zustellen, daß der Präsident der
Vereinigten Staaten in seiner letzten
Botschaft dem amerikanischen Volk
mitgeteilt hat, daß im Wege des Ab-
jaus das Personal der amerika;
ischen Verwaltung jetzt auf den
Vorkriegsstand gebracht ist.
In den Denkschriften des Reichs:
inanzministeriums über die Besol-
iungsfragen vom Januar und Mai
925 wird der jährliche Besoldungs-
ind Pensionsaufwand
für das Reich einschl.
Wehrmacht auf. . 747 Mill. M.
für die Länder auf . 2334 Mill. M.
für die Gemeinden
auf . 2... . . 1500 Mill, M.
4581 Mill. M.
jeziffert, d. i. mehr als 10 Prozent des
jesamten Volkseinkommens und
'ast soviel wie das gesamte Steuer-
sufkommen von Reich, Ländern und
Gemeinden vor dem Kriege. Es bes
larf keiner Ausführung, daß ein sol:
‚her Aufwand, der naturgemäß die
"endenz weiterer Steigerung in sich
rägt, vom deutschen Volke auf die
Jauer unmöglich getragen werden
ann.
Trotz des WÜberganges der
Steuer: und Zollverwaltung, der
}isenbahnverwaltung und der baye-
ischen und württembergischen Post
‚jowie verschiedener anderer Vers
valtungszweige auf das Reich sind
lie Zahlen der Beamten und Ange»
tellten bei den Ländern höher
ls vor dem Kriege. Der Beamten:
zörper und die Zahl der Behörden
1at sich in einem Maße vermehrt,
Jas mit dem Auftreten neuer Auf-
jaben nicht begründet zu werden
‚ermag.
Im Reich ist der Personalabbau
eilweise mit großer Schärfe durch:
jeführt worden, bei Ländern und
3emeinden aber im Anfang stecken:
‚eblieben. Die Zahl der planmäßigen
‘tellen im Reich unter Ausschei-
‚ung der Betriebsverwaltungen bes
rägt aber jetzt immer noch rund
4300 gegenüber 19200 im Jahre
913; davon entfallen allein
Besoldungs-
aufwand.