Metadata : Die Paumgartner von Nürnberg und Augsburg

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Ventura  Furtenbach *  1 )  72  600  fl  auf  und  im  Jahre  1563  nochmals ­
  35  554  fl 2 ).  Hans  Georg  Paumgartner  protestierte  gegen
diese  eigenmächtigen  Verpfändungen  von  Familiengütern,  hatte
damit  aber  keinen  Erfolg.  Davids  schlimme  wirtschaftliche
Lage  wurde  im  Jahre  1563  allgemein  bekannt.  „Es  soll  auch
Herr  Davidt  Paumgartner  zu  Paumgarten  und  Hohenschwangau
verdorben  und  ob  300  000  gülden  schuldig  sein,“  schrieb  der
schon  genannte  Hektor  Mair  im  Junii  563  in  sein  Memorialbuch 2 ).
Beschleunigt  wurde  Paumgartneis  wirtschaftlicher  Zusammenbruch ­
  durch  den  Riesenbankrott  Jacob  Herbrots,  der  Paumgartner ­
  mit  ins  Verderben  riss.  David  Paumgartner  war  Herbrots ­
  Hauptgläubiger  und  hatte  von  ihm  85  630  fl  39  kr  zu
fordern.  Welcher  Art  die  Geschäfte  waren,  die  den  Freiherrn
von  Hohenschwangau  mit  dem  Augsburger  Spekulanten  und
Grosskaufmann  Herbrot  zusammengeführt  hatten,  lässt  sich
nicht  näher  angeben 3 ).  Herbrots  Konkurs  hatte  auch  den
Zusammenbruch  Oswald  von  Ecks  zur  Folge,  der  in  die  Hände
dieses  Wucherers  gefallen  war.  Ihm  schuldete  Herbrot  62  081  fl 4 ).
Oswald  von  Eck  seinerseits  war  mit  119  899  fl  43  kr  Gläubiger
David  Paumgartners 5  6 ).  Bei  diesen  engen  gegenseitigen  Beziehungen ­
  Herbrots,  Paumgartners  und  Ecks  riss  einer  den
andern  mit  ins  Verderben.  Paumgartners  Passiven  betrugen
gegen  600  000  fl.  Ausser  den  schon  genannten  Gläubigern

hofen  kam  an  die  Furtenbach,  die  sich  fortan  Furtenbach  v.  Reichenschwand ­
  u.  Eisenhofen  nannten.  Ueber  Eck,  dessen  Mutter,  wie  David
Paumgartners  Gemahlin,  aus  dem  Geschlecht  der  Freiberge  v.  Eisenberg
stammte,  vgl.  u.  a.  Th.  Wiedemann:  Johann  Turmair,  genannt
Aventin,  1858.  S.  72  ff.  Zu  Ecks  Bankrott  vgl.  auch  Cgm  2235.
1 )  Ueber  die  Furtenbach  siehe  Kneschke:  Neues  allgem.
Adelslexikon  Bd.  3  S.  412.
2 )  Augsburger  Stadtarchiv.
3 )  In  dem  obengenannten  Cgm  2235,  in  dem  Herbrot  und  Paumgartner ­
  öfter  im  Zusammenhang  mit  Oswald  v.  Ecks  Konkurs  genannt
werden,  spielen  Edelsteine  eine  gewisse  Rolle,  die  Eck  bei  Jacob  Herbrot ­
  verpfändete,  und  die  der  letztere  dann  wieder  an  Frankfurter
Juden  verkaufte.  Herbrot  hatte  für  die  Edelsteine,  die  gegen  26  250  fl
wert  waren,  ein  Anlehen  von  16000  fl  gemacht.  Auch  im  Herbrot-Selekt
  des  Augsburger  Stadtarchivs  (4)  ist  von  Kleinodien  die  Rede,  die
Herbrot  von  Eck  empfangen  hatte.
4 )  Herbrot-Selekt  4.  Herbrot  fallierte  mit  einer  Schuldsumme
von  566  687  fl.
6 )  Cgm  2235.
            
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