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macht, sondern einfach deshalb, weil der Bedarf Deutschlands
an Erzeugnissen jener Gebiete gewachsen ist und ein Teil der
Waren naturgemäß auch über Bremen als den einen Anlaufhafen
der Dampfer (und Reissegler!) der Ost- und Südostasienfahrt
gehen muß. Man sollte meinen, die vom Lloyd eingerichteten
subventionierten Linien hätten für Bremen bezügl. der Einfuhr
befruchtender gewirkt. Daß die Lloyddampfer ohne Frachterhöh
ung wechselweis auch Hamburg anlaufen müssen, war ein kluger
lokalpatriotischer Schachzug der Hamburg-Amerika-Linie.
i Um so erfreulicher mutet die außerordentliche Steigerung
der Einfuhr von Australien und seiner weiten Inselwelt an.
Unzweifelhaft haben die Lloydfahrten und ihre allmähliche, dem
tatsächlichen Bedürfnis zuerst kühn vorauseilende Ausgestaltung
als kräftigster Ansporn gedient. Eingerichtet wurden sie zuerst
i. J. 1886. Seit 1887 datiert dann eine plötzliche große Steige
rung der Einfuhr. War sie bis dahin gänzlich unbedeutend ge
blieben, ja sogar etwas zurückgegangen, so schnellt sie seit jenem
Jahre sprungweise auf. Schon 1895 hat sie sich ungefähr ver
vierfacht. 1905 hat sich die Zahl von 1895 abermals verdoppelt
und ist seitdem noch schnell weiter gestiegen. Schon hat Austra
lien die Einfuhr Bremens aus Afrika um das Mehrfache über
holt und hat im letzten Jahre sogar diejenige aus Asien hinter
sich gelassen. Wenn irgendwo, so zeigt sich hier in vollster und
überzeugendster Deutlichkeit die Wahrheit des Wortes The trade
follows the flag (hier der Handelsflagge, der friedlich erobern
den Kauffahrteischiffahrt).
Allerdings lagen und liegen noch die Verhältnisse in Austra
lien für Bremen günstiger als die afrikanischen. Im dunklen Erd
teil hat Bremen mit einer alteingeführten Konkurrenz Hamburgs,
die durch fast monopolistische Schiffsverbindungen unterstützt
wird, zu rechnen. ' Neueingerichtete direkte Frachtdampferlinien
können nur langsam einen Teil des Handels auf Bremen über
leiten. Die Aufnahme des Kampfes gegen außerdeutsche Kon
kurrenz wäre leichter, da naturgemäß jedem Lande mehr daran
liegt, neue Beziehungen zu fremden Ländern aufzunehmen, um
seinen Handel auf eine räumlich breitere Basis zu stellen, als
daran, innerhalb jener politisch abgegrenzten Gebiete ohne Er
reichung von Vorteilen nur mit den Häfen zu wechseln. Ham
burgs Beziehungen zu Afrika sind schon alt. Australien dagegen
trat überhaupt erst spät in den Kreis des deutschen Handels
verkehrs ein, war auch für Hamburg terra nova. Daß es Bremen