Full text: Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

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PREUSSEN. — Finanzen (Budget). 
Südpreussen, Neuostpreussen und Neuschlesien. Nun hatte der Staat 
5595 Q.-M. und S’7ü0,000 Einw. Durch den Krieg mit der franz. Re 
publik verlor Preussen die Besitzungen auf dem linken Rheinufer, Gel 
dern, Moeurs und Cleve. Es erhielt dagegen durch den Entschädigungs- 
recess von 1S02: Hildesheim mit Goslar, Paderborn, einen Theil von 
Münster mit Cappenberg, Eichsfeld, Erfurt, Blankenhain, Untergleichen, 
Mühlhausen, Nordhausen, Quedlinburg, Essen, Werden, Elten und 
Herford, und 1803 von Bayern, gegen Ueberlassung von Neustadt und 
Culm etc., das Oberstift Eichstädt, Weissenburg a. d. Tauber, Winds 
heim und Dinkelsbühl, zusammen 173 Q.-M. mit 000,000 Menschen. 
— 1805 liess sich die Regierung verleiten, Anspach, das rechtsrheini 
sche Gebiet von Cleve, und Neuenburg freiwillig an Frankreich abzutre 
ten , gegen das von diesem "eroberte Hannover. Nicht nur protestirte 
England dagegen, sondern Preussen kam doch mit Frankreich in Krieg, 
der (Schlacht bei Jena, 14. Oct. 1806) mit dem Tilsiter Frieden en 
digte, 9. Juli 1807, welcher Preussen gerade die Hälfte seines Gebietes 
kostete. Es musste abtreten ; einen Theil von Neuostpreussen (Bialy- 
stük) an den bisherigen Alliirten Russland; den Cottbusser Kreis an 
Sachsen; Süd-, einen Theil von West- und Neuostpreussen sammt dem 
Netzdistricte an das damit geschaffene Herzogthum Warschau; Danzig, 
das mit vergrössertemGebiete wieder als »freie Stadt« erstand; Ostfries 
land an Holland ; Münster, Mark, Dingen und Tecklenburg an Berg ; 
die übrigen westphälischen und niedersächsischen Besitzungen an das 
neue »Königreich Westfalen«; endlich Bayreuth und Erfurt an Frank 
reich. Der Gesammtverlust wird zu 2855 Q.-M. und 5 730,500 Men 
schen berechnet. Der preussische Staat war auf 2870 Q.-M. mit 
4’500,000 Einw. zusammengeschmolzen. — Der erste Pariser Friede 
und der Wiener Congress gaben das Verlorene zurück oder mehr als 
vollständige Entschädigung. Nicht wiedererlangt wurden- Polen, Hil 
desheim, Ostfriesland, Anspach und Bayreuth ; dagegen erhielt Preussen ; 
die Hälfte des Königr. Sachsen, die Rheinprovinz und Schwedisch-Vor 
pommern. — 1812 kaufte der Staat das Fürstenthum Lichtenberg 
(auf dem linken Rheinufer, 1 0% Q.-M., damals mit 35,250 Menschen, 
durch den Wiener Congress dem Herzoge von Coburg zugetheilt), und 
1849 erwarb derselbe die beiden Ho benzol 1er n'schen Fürstenthflmer 
(21 Q.-M. und 07,500 Bew.). Dagegen büsste der König schon 184 7 
die in dem schweizerischen Neuenburg ausgeübte Hoheit ein, wäh 
rend die förmliche Verzichtung erst 1857 erfolgte. — Ein kleines Ge 
biet am Jadebusen, zu einem Kriegshafen bestimmt, ward Ende 1854 
von Oldenburg um % Mill. Thlr. erkauft. 
Die Verfassungsurkunde datirt vom 31. Jan. 1850, mit Mo- 
dificationen vom 30. Apr. 1851, 21. Mai und 5. Juni 1852, 7. Mai 
und 24. Mai 1853, 10. Juni 1854, 30. Mai 1855, und 15. Mai 1857. 
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Budget, einjährig. Da nach 1861 ein solches in gesetzl. Weise 
nicht mehr zum Abschluss gekommen, so theilen wir die Hauptresultate
	        
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