der August Thyssen-Hütte, daß es ihren leitenden
Hüttenmännern erstmalig gelungen ist, in ihren Öfen gegen
Ende des 19. Jahrhunderts Tagesproduktionen von 500 bis
600 Tonnen zu erreichen. Sie wurden im ersten Jahrzehnt
des gegenwärtigen Jahrhunderts übertroffen durch die Rekord-
ziffern der täglichen Ofenerzeugung nordamerikanischer Werke,
die zur Zeit etwa bis auf 750 Tonnen je Ofen gesteigert worden
sind. In neuester Zeit aber ist es wiederum einem Werke
der Vereinigte Stahlwerke A.-G., der Dortmunder Union,
gelungen, diese Leistungen bis zu einer Tagesproduktion
von 1200 Tonnen und mehr zu erhöhen.
Wie gewaltig diese technische Arbeitsleistung ist, kann
für den Nichtfachmann vielleicht einigermaßen erkennbar
gemacht werden, wenn man sich vergegenwärtigt, daß zur
Fortführung der in einem Ofen an einem Tage er-
zeugten Eisenmenge ein Eisenbahnzug von 60 Wagen
erforderlich sein müßte, deren jeder die Ladefähigkeit
von 20 Tonnen besitzen müßte.
Annähernd die gleichen Transportleistungen sind zu
bewirken, um die gleichzeitig im Ofen erschmolzenen Schlacken
von ihm fortzuführen, und auch die Zuführung von Koks
zum Ofen erfordert nahezu die gleiche - Massenbewegung,
während Erze und Kalksteine sogar etwa die dreifache Menge
zu transportierenden Materials ausmachen.
Moderne Hüttenwerke besitzen eine Anzahl solcher Groß-
produktionsapparate. Entsprechend ihrer Zahl steigert sich
die Tagesleistung des betreffenden Werkes.
Diese ungeheuren Mengen von Roheisen werden nun
überwiegend an Ort und Stelle weiterverarbeitet, indem
das gewonnene Rohprodukt in Gebrauchsgegenstände aus
gießbarem Eisen oder in Halbfabrikate aus schmied- und
walzbarem Stahl umgewandelt und in dieser Form den weit-
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