Ein sorgfältiges Studium der chemischen Zusammen-
setzung der bei verschiedenem Gange der Hochöfen ent-
stehenden Schlacke hat. gelehrt, daß eine nahezu gleiche
chemische Zusammensetzung, wie der sogenannte Portland-
zement, diejenigen Hochofenschlacken besitzen, welche beim
Betriebe. des Hochofens auf Gießereieisen fallen.
Es ist den Bestrebungen der Eisenhüttenleute gelungen,
diese Schlacken zu einem hohen Prozentsatze ihres Entfalls
tatsächlich in Zement überzuführen. Der aus ihnen gewonnene
Zement führt im Handel den Namen Eisenportland-
zement;, um ihn von dem Produkt der selbständigen Zement-
werke (Portlandzement) zu unterscheiden. Seine Eigen-
schaften ‚sind im Laufe der Jahre so weit verbessert worden,
daß heute ein Qualitätsunterschied zwischen diesen beiden
Marken kaum noch besteht. Für besondere Verwendungs-
zwecke hat sich sogar der Eisenportlandzement als geeigneter
erwiesen.
Seit ‚einer Reihe von Jahren ist nun von Eisenwerken,
deren Schlackenführung eine für die Herstellung von Zement
besonders günstige Zusammensetzung besitzt, ein billigeres
Verfahren zur Umwandlung von Hochofenschlacke in Zement
entwickelt worden, welches ein Fabrikat liefert, das nicht
ganz die wertvollen Eigenschaften des Portlandzements be-
sitzt, das. aber für Verwendungszwecke, bei denen höchste
Qualitätsanforderungen nicht gestellt werden, durchaus brauch-
bar ist, Man hat diesem Produkt zur Unterscheidung von
dem vorgenannten den Namen Schlackenzement gegeben,
. Eine in neuerer Zeit immer mehr in Aufnahme kommende
Verwendung der Hochofenschlacke besteht darin, daß man
nach. dem Verfahren des wohlbekannten Hochofendirektors
Dresler in Siegen Schlackensand vom Thomasroheisenbetriebe
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