Der Hochofen selbst verbraucht für seinen eigenen
Betrieb nämlich zur Erzeugung der Kraft für den Antrieb der
Gebläsemaschinen und für die Erhitzung des dem Ofen zuzu-
führenden Windes, den größten Teil dieser Gase. Es
bleiben aber je nach der Güte der für die vorgenannten Zwecke
bestehenden Einrichtungen etwa ein Drittel.oder mehr dieser
Gase für anderweitige Verwendung zür Verfügung.
Findet eine Ausnutzung der Gase in sogenannten Groß-
gasmaschinen statt, in denen unmittelbar aus den Gasen
mechanische Energie gewonnen wird, so liefern 3,5 cbm Gas
stündlich etwa 1 PS, das heißt, der Hochofen kann soviel
Pferdekräfte im Tage für andere Verwendungszwecke abgeben,
als der Zahl der für seinen Eigenbetrieb nicht verbrauchten
Kubikmeter Gas, dividiert durch die Zahlen.3,5 x24 entspricht.
Das sind Tausende von Pferdekräften ‚von jedem
modernen. Hochofen. / /
Das Hochofenwerk ist. deshalb durch. die mo-
derne Ausnutzung der Energie seiner Gichtgase
zu einer Kraftquelle allerersten Ranges im Hütten-
betriebe geworden, und es kann. heute als Regel angesehen
werden, daß ein Hochofenwerk, dessen Roheisenerzeugung
in eigenen Betrieben zu Stahl weiterverarbeitet und verwalzt
wird, seinen gesamten Kraftbedarf aus den Gicht-
gasen seiner. Hochöfen zu decken vermag. Hierin
liegt eine durch die Fortschritte der Technik im Laufe der
letzten 50 Jahre erreichte sehr erhebliche Ersparnis im Be-
triebe.
Bei der Schilderung der Umwandlung des Roheisens in
Stahl auf dem Wege des Thomasprozesses wurde bereits er-
wähnt, daß die hier fallenden Schlacken als hochwertiges
Düngemittel der Landwirtschaft zugeführt werden. Diese
Schlacken besitzen einen Gehalt von etwa 17—20% an Phos-
dr
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