phorsäure und gleichzeitig einen sehr hohen Kalkgehalt.
Beide Substanzen werden von unseren landwirtschaftlichen
Nutzpflanzen zu ihrem Aufbau erfordert und müssen deshalb
einem in intensivem Betriebe befindlichen Acker dem durch
die Pflanzen bewirkten Verbrauche entsprechend wieder zu-
geführt werden, wenn das Land nicht verarmen soll. Die hohe
Produktivität unserer heimischen Landwirtschaft ist in aus-
schlaggebendem Maße abhängig von der regelmäßig statt-
findenden Zuführung dieser mineralischen Düngemittel.
Langjährige Versuche haben zu der Erkenntnis geführt,
daß bei geeigneter chemischer Zusammensetzung der Thomas-
schlacke deren Phosphorsäure nahezu restlos von den Pflanzen
aufgenommen werden kann, wenn die Schlacke vollkommen
staubfein gemahlen worden ist. Unsere Thomasstahlwerke
sind deshalb ausnahmslos mit großen Schlackenmühlen aus-
gerüstet worden, in denen diese Feinmahlung der Schlacken
vorgenommen wird. Die Thomasschlacken decken einen
sehr beträchtlichen Teil des Phosphorsäurebedarfs
der deutschen Landwirtschaft, der in den Jahren hoher
Produktion der deutschen Eisenindustrie annähernd ein Drittel
des Befarfs an Phosphorsäuredüngemitteln betragen hat. Da
in Deutschland nur geringe Mengen an Phosphatablagerungen
vorhanden sind, die für die fabrikmäßige Herstellung von
Phosphorsäuredüngemitteln geeignet sind, so muß der gesamte
übrige Bedarf der Landwirtschaft durch Einfuhr von Roh-
phosphaten aus dem Auslande gedeckt werden, für die sehr
bedeutende Summen an das Ausland gezahlt werden müssen.
Die Erzeugung von Thomasschlacke ist deshalb ein wichtiges
Glied in der Gesamtwirtschaft Deutschlands geworden, und
auch aus diesem Grunde besteht ein lebhaftes Interesse daran,
daß die deutschen Thomasstahlwerke in vollem Betriebe
stehen.
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