Auch andere Nebenprodukte der Eisenindustrie haben im
Laufe der Jahre hohe wirtschaftliche Bedeutung erlangt.
Die Hochöfen werden mit Koks geheizt. Der Koks wird aus
Steinkohle gewonnen. Die Umwandlung der Steinkohle in
Koks findet zu einem großen Teile auf den Hüttenwerken,
zum anderen Teile auf den Steinkohlengruben selbst statt.
Bei der Destillation der Kohlen wird etwa ein Viertel der
Kohlenmasse in Gasform in den Koksöfen aus der Kohle
entbunden. Diese Gase enthalten drei wichtige Nebenprodukte:
Ammoniak, Benzol und Teer.
Das Ammoniak wird durch Absorption von Schwefelsäure
in schwefelsaures Ammoniak umgewandelt, welches als wert-
volles stickstoffhaltiges Düngemittel wiederum der Land-
wirtschaft zugeführt wird. Das Benzol dient als Betriebs-
stoff für Motore der Automobile usw. Aus dem Teer gewinnt die
deutsche Farbenindustrie ihre wertvollsten Farbstoffe. Die
Gase der Koksöfen dienen teilweise zu deren Beheizung; zu
einem sehr bedeutenden Anteile werden sie für andere Heiz-
zwecke verwendet, beispielsweise an Stelle von Leuchtgas, mit
dem sie nahezu gleiche Zusammensetzung haben, zur Versorgung
großer Städte mit Leucht-, Heiz- und Kraftgas benutzt.
In allen diesen Beziehungen wirkt die Eisenindustrie in
starkem Maße belebend auf zahlreiche andere Industrien des
Landes.
fi
SR