Full text: Banking theories in the United States before 1860

§ 2. Genoffenfchaften 
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räumlich zufammengeführten, wenn auch nicht demfelben Betrieb zugehörigen 
Arbeiter hätten freilich eine neue Laft zu tragen in der Zahlung der Miete für 
den Arbeitsraum, die aber durch eine Reihe von Vorteilen aufgehoben würde. 
Die hygienifchenundkulturellenNachteile, welche die Arbeit 
in der eignen Wohnung für die ganze Familie bedeutet, wären befeitigt; der 
Forderung eines feften Lohntarifs könnte von den in den Zentralwerkftätten 
räumlich vereinigten Heimarbeitern ihren Verlegern gegenüber mehr Nach- 
druck gegeben werden. 
Indes fanden folche gemeinfame Arbeitsftellen in Deutfchland wenig An 
klang. Bittmann führt nur die der Spankorbflechter zu Schlageten im Albtal 
und die der Schnefler in Hundsbach, Amt Bühl in Baden, an.*) Erftere wird 
vom Bürgermeifter geleitet, nur die letztgenannte wurde von einer „Schnefelei- 
gefellfchaft“ benutzt, die zugleich Einkauf des Rohmaterials und teilweife den 
Abfatz beforgte, aber inzwifchen wieder eingegangen ift. Dagegen findet fich 
wohl eine Anzahl Filialwerkftätten von den Arbeitgebern errichtet, für Per- 
fonen, die für regelmäßige Fabrikarbeit nicht zu haben find und in ihrem Hei 
matsorte gewerbliche Befchäftigung wünfehen. Sozial — aber nicht gewerbe 
rechtlich — ftehen fie der Hausinduftrie näher als dem gcfchloffenen Be 
triebe (Bittmann). 
Doch nicht nur auf dem Lande, wo landwirtfchaftliche Nebenarbeit 
mehr an das eigne Haus feffelt, auch in Städten, wie München, Bern, 
Zürich, entfprachen die Zentralwerkftätten trotz vielfacher Unterftützung 
aus öffentlichen Mitteln den gehegten Erwartungen nicht. Es verfchwindet 
eben gerade der Vorteil, den die Heimarbeit gegenüber der Fabrik und Werk- 
ftatt bietet, faft gänzlich. Die Heimarbeiterinnen, die neben der Arbeit ihre 
Pflichten im Haushalt wahrnehmen wollen, können fich zum Aufenthalt in 
gemeinfamen Arbeitsräumen kaum entfchliejzen. Aber auch viele männliche 
Arbeiter werden die meift geregelte Arbeitszeit, die oft zeitraubenden Wege 
zur Zentralwerkftätte viel mehr als eine Laft denn einen Nutzen empfinden. 
Eine eigne Stellung nehmen die genoffenfchaftlichen Wcrkftätten ein, wie fie 
fich z. B. in der öfterreichifchen Kleineifenhausinduftrie vorfinden. Sie liefern 
zumeift den der Werkgenoffenfchaft angehörenden Hausinduftriellen die Halb 
fabrikate, ftcllen ihnen ihre Einrichtung zur Verfügung, verfertigen auch gang 
bare Artikel, die in der Hausinduftrie nicht herzuftellen find, um den Gefamt- 
abfatz der Genoffenfchaft dadurch zu erhöhen. Sie bilden ein ausgefprochencs 
Bindeglied zwifchen den Rohftoff- ufw. Genoffenfchaften und den Produktiv- 
genoffenfehaften. 
*) Bittman n, Hausinduftrie und Heimarbeit 517. 532 ff; d e r f e I b e, Haus- 
induftriepflege, Wien 1909, 221 f.
	        
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