263 —
und ihrer Beteiligung an industriellen Unternehmungen im-
mer in der Lage sind, sich nach Belieben schadlos zu halten.
Anderseits haben die Ehen, die von dieser Familie ge-
schlossen wurden, andere große Vermögen mit ihrem eigenen
verschmolzen.
Eine der Vanderbiltschen Töchter heiratete Harry
Payne Whitney, dessen Vater, William C. Whitney, ein
großes Vermögen hinterließ, das zum Teil durch die Stand-
ard Oil Company erworben war, zum Teil aber auch durch
eine Kette von Schwindeleien und Diebstählen. Der ältere
Whitney bestach, wie aus vielen amtlichen Untersuchungen
and Prozessen hervorgeht, Parlamente und Gemeinderäte
mit dem Erfolge, daß sie ihn und seinen Kompagnons Kon-
zessionen für Straßenbahnen und für andere Institutionen
bewilligten, und sie stahlen viele Millionen bei dem Betrieb
von Straßenbahnen in verschiedenen Städten. Seine Ver-
brechen und die seiner Kompagnons waren so umfangreich
und verwegen, daß selbst die zynische kaufmännische Welt
darüber erstaunte. Cornelius Vanderbilt jr. heiratete eine
Tochter R. T. Wilsons, des Multimillionärs, dessen Ver-
mögen größtenteils aus in der Stadt Detroit erhaltenen Kon-
zessionen herrührte. Die Geschichte dieser Straßenbahn
und ihres Betriebes, sowie anderer Konzessionen in jener
Stadt ist ein Kapitel der erstaunlichsten Betrügereien.
William K. Vanderbilt jr. heiratete eine Tochter des Multi-
millionärs Senator Fair aus California, der sich mit seinem
durch Bergwerksbetrieb erworbenen Vermögen einen Sitz
im Senat der Vereinigten Staaten kaufte. Auf diese Weise
sind die Vermögen verschiedener Multimillionäre durch
diese amerikanischen Heiraten vereinigt worden.
Die Mannigtaltigkeit der V anderbiltschen Besitzungen
Das Vermögen der Familie Vanderbilt ist zurzeit durch
die mannigfachsten Besitzarten verkörpert. Eisenbahnen,
Straßenbahnen, Elektrizitätswerke, Bergwerke, industrielle
Anlagen, Expreßgesellschaften, Grundbesitz und staatliche
und städtische Obligationen — das sind einige von diesen
Formen. Aus einer industriellen Unternehmung allein