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wurde der kleine Paßstaat zum Kern der Eidgenossenschaft. Die
Neuzeit ersetzte den alten Saumweg durch die Gotthardstraße und
die Gotthardbahn; jene wurde 1830. diese kurz nach dem Durch
schlag des 15 km langen Tunnels zwischen Göschenen und Airolo
im Jahre 1882 fertiggestellt. Diese Bauten erhöhten die Wichtig
keit des Gotthards für das Ländchen. HNoch heute ist Uri ein
Paßstaat; die Gotthardbah» ist seine Lebensader.
Die Reuß sammelt in dem ringsum geschlossenen Urserental
Becken des Urserentales die Bäche aus dem Gebirgs
körper des Gotthards (Pizzo Rotondo 3197 in und
Pizzo Centrale 3008 hi). Über die Paßlücken treten
die Furkastraße vom Rhonetal, die Oberalpstraße vom
Rheintal und die Gotthardstraße vom Tessin her im
Verkehrsmittelpunkt And er matt zusammen (Karten
beilage II), wo einzelne Werke der Gotthardbefestigung
den Durchgang beherrschen. Hospental und Re alp
liegen da, wo die Gotthard- und die Furkastraße die
Sohle des wiesengrünen, entwaldeten Urserentales er
reichen. Der Talfluß durchbricht bei Andermatt die
Nordwaud in der steilen, wilden Schöllenenschlucht, in
der die Straße sich durch den Felsentunnel des Urner
loches und über die kühngewölbte Teufelsbrücke nach
Göschenen, am Ausgang des Gotthardtunnels, hin- GSschemn-
unterwindet. Hier mündet das Göschenental, dessen
Verzweigungen sich zu den Eisfeldern des Dammastockes
3638 m und der Sustenhörner 3511 in hinauf ver
lieren. Unterhalb Göschenen senkt sich das tief ein
geschnittene Reußtal wiederum in mächtiger Stufe, die
von der Gotthardbahn bei Massen in einer kunstvollen
Doppelschleife überwunden wird. An dem gestuften Aus
gang des Meientales bei Massen vereinigt sich der Susten-
paß vom beimischen Haslital her mit der Gvtthardstraße.
Massen und Gurtuelleu sind die Hauptplätze der Granit-
industrie im Reußtale. Bei Am st eg tritt die Reuß Amsteg bis @ee
auf den flachen Talboden hinaus, der mit dem ein
tönigen Delta am Südzipfel des Vierwaldstättersees
bei Flüelen abschließt. Bei Amsteg öffnet sich das