fullscreen: Deutschlands chemische Industrie

Verbrauch an Reinanthrazen betrug 1880 1400 Tonnen, 
wovon jedoch nur 200 in Deutschland gewonnen wurden 
und der Rest aus England kam, während der heutige 
Verbrauch von 5000 Tonnen im Werte von IV* Millionen 
Mark ganz aus heimischen Produkten gewonnen wird. 
Die Wiege der Teerfarbstoffe stand in Hof-Anilinfarben 
manns Laboratorium in London, wo William H. Per- 
kin 1856, mit Versuchen über eine Chininsynthese be 
schäftigt, bei der Behandlung von Anilin mit chrom 
saurem Kali einen violetten Farbstoff erhielt, den er 
nach der Malvenblüte „Mauve“ nennt und im folgenden 
Jahr in Greenford Green bei London fabriziert. 1859 
behandelt Professor Emanuel Verguin in Lyon das 
Anilin mit Zinnchlorid und gewinnt das Anilinrot par 
excellence, das er nach der Fuchsiablüte „Fuchsin“ 
nennt und den Lyoner Seidenfärbern Renard freres 
überlässt. Bald folgt der erste gelbe Anilinfarbstoff, 
Hofmanns Chrysanilin, dann Girards Blau und Hof 
manns Violett, die durch Einführung von Phenyl- und 
Methylgruppen in das Fuchsin entstehen. Lind noch vor 
der Londoner Weltausstellung von 1862, auf der die 
Chemie ihre ersten tinktorialen Triumphe feiert, er 
scheint Hofmanns erste wissenschaftliche Untersuchung 
über die Zusammensetzung der von aller Welt bewun 
derten Anilinfarbstoffe. 
Unter den 13 Preisträgern der Ausstellung befinden 
sich fast nur englische und französische Firmen. Aber 
nun zögert auch Deutschland nicht mehr, an dem neuen 
Wettlauf teilzunehmen, und schon werden die Funda 
mente der deutschen Farbenfabriken gelegt. 
Die Sei Ische Teerdestillation in Offenbach, wo Hof- ^irische 
mann das erste Kilo Anilin aus dem Steinkohlenteer fabriken 
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