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zuwerfen. Damit tat man ihnen doch unrecht. Die an der Spitze
der kleinen Handelsrepubliken stehenden Staatsmänner waren viel
zu nüchterne Politiker, um sich durch den Freiheitsrausch zu un
vorsichtigen Schritten hinreißen zu lassen. Wenn sie ein möglichst
freundschaftliches Verhältnis zu der so überraschend schnell zur
kontinentalen Vormacht emporgestiegenen Republik zu unterhalten
strebten, so geschah es einzig und allein in der Absicht, die großen
Handelsinteressen der Städte in Frankreich zu schützen. Denn
nicht wenig stand hier für die hanseatischen Gemeinwesen auf dem
Spiele.
Im Laufe des 18. Jahrhunderts hatte es Frankreich verstanden,
mit den Produkten seiner aufblühenden westindischen Besitzungen
sich eine beherrschende Stellung auf dem europäischen Kolonial
warenmarkt zu schaffen. Portugal und Holland, früher die Haupt
lieferanten in diesem Handelszweige, wurden überflügelt. Hamburg,
das den größten Teil Deutschlands mit Kolonialwaren versorgte,
bezog jetzt nicht mehr Brasilzucker über Lissabon, sondern west
indischen Zucker aus Bordeaux und Havre. Der Import aus den
französischen Häfen nach den Hansestädten überstieg im Jahre 1788
die Summe von 50 Millionen Livres; die gesamte französische
Wareneinfuhr (zu Wasser uud zu Lande) nach den Hansestädten
beim Ausbruch der Revolution betrug mit über 60 Millionen mehr
als der französische Import nach allen übrigen Ländern Europas.
Über dreiviertel dieses Verkehrs, 49 Millionen, gingen nach Ham
burg, etwa 11 Millionen nach Bremen, während Lübeck mit etwa
2 Millionen seiner Lage entsprechend die schwächsten Beziehungen
zu Frankreich unterhielt. Es bezog in der Hauptsache nur Bor
deauxweine, während in Hamburg der westindische Kaffee und
Zucker den französischen Verkehr, und, wie erwähnt, die Kolonial
wareneinfuhr überhaupt, beherrschte. Als weitere Einfuhrartikel
gesellten sich dazu noch Öl und Südfrüchte, Seesalz, Seidenwaren
und andere Manufakturen. Den Ausgleich in der Handelsbilanz
ermöglichte den deutschen Nordseestädten vor allem die Ausfuhr
der schlesischen, sächsischen und westfälischen Leinenmaren, die als
Gegenwert nach den westindischen Kolonien gelangten. Außerdem
versorgten sie Frankreich selbst mit Schiffbaumaterialien (Holz,
Tauwerk, Hanf usw.), vor allem auch mit Getreide und anderen
Lebensmitteln. 643 Schiffe von 107 846 Tonnen Tragfähigkeit