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Die Handwerker der Stadt Kusnetzk *) arbeiten noch heute,
wie die mittelalterlichen Handwerker, entweder für den Besteller
mit seinem Material, oder, wenn sie sich Material auf dem lokalen
Markte verschaffen, für den unmittelbaren Konsumenten, der
ihnen ihre Erzeugnisse auf dem Markte abnimmt. Eine Ab
hängigkeit des Konsumenten vom Produzenten oder umgekehrt
existierte zu dieser Zeit noch nicht.
Von 185 Handwerkerwirtschaften kaufen Material:
absolut in Proz.
auf den Basaren und Jahrmärkten 116 62^/^
bei bestimmten Personen**) 5 3
auf verschiedene Weise 1
erhalten Material vom Besteller 63 34
Verkaufen ihre Erzeugnisse:
den einheimischen Konsumenten 16 9
auf den Basaren und Jahrmärkten 32 17
den Auftraggebern 111 60
auf entfernten Märkten 1
Zwischenhändlern 6 3^4
den Verlegern stückweise 8 4
auf verschiedene Weise 11 6
Wie man sich aus der angeführten Tabelle überzeugen kann,
hat das Handwerk hier noch einen „mittelalterlichen Charakter“,
obgleich keine Zünfte vorhanden sind und im Innern volle Frei
heit des Handels herrscht. Die Handwerker erhalten das Roh
material von den Kunden geliefert oder kaufen es bei den Bauern,
auf den Märkten oder schließlich in den städtischen Läden. Ebenso
veräußern sie ihre Erzeugnisse entweder unmittelbar an die
Besteller oder an die benachbarten Kunden, oder sie bringen
*) Die Kustargewerbe im Gouvernement Saratow. 1. Lief. 1904.
Die hier angeführten Angaben beziehen sich auf verschiedene Gewerbe
arten, die noch nicht für einen ausgedehnten Markt arbeiten. Dieselben
Gewerbearten, die hier ihren Handwerkscharakter behielten, haben sich
in den anderen Rayons zu Kustar- und Fabrikbetrieben entwickelt.
**) ln diesem Falle tritt eine gewisse auf dem Kredit basierende
Abhängigkeit des Käufers vom Verkäufer ein.