Contents : Die Entwicklung der deutschen Portland-Zement-Industrie ...

Die  deutsche  Portland-Zementindustrie  in  ihrem  Verhältnisse  zum  Auslande.  81

Überschuß  immer  kleiner  wird,  was  allein  auf  die  Rechnung  des
kontinentalen  Auslandes  zu  setzen  ist.  Wollte  man  die  Ausfuhr
Deutschlands  nach  europäischen  Staaten  allein  mit  der  Einfuhr
aus  diesen  vergleichen,  so  wäre  das  Verhältnis  noch  viel  schlechter
(siehe  Tabelle  II  b).
Die  ausländische  Konkurrenz  belastet  also  den  deutschen
Markt  indirekt,  indem  sie  den  deutschen  Zement  aus  dem  Auslande ­
  verdrängt,  und  direkt,  indem  sie  ihm  sein  engstes  Absatzgebiet ­
  streitig  macht.  Die  einzigen  Länder  in  Europa,  nach
denen  der  deutsche  Zementexport  wächst,  sind  Finnland  und
Holland;  beide  erzeugen  nicht  selbst  Zement  und  erheben  auch
keinen  Zoll.  Es  ist  wünschenswert,  daß  der  Staat  sich  bemüht
die  deutsche  Zementindustrie  mit  der  ausländischen  gleichzustellen.
Ein  deutscher  Schutzzoll  ist  nicht  nötig,  wenn  die  Nachbarstaaten
auch  keinen  erheben,  außerdem  aber  sollte  durch  Frachtvergünstigungen ­
  auf  den  Eisenbahnen  die  Ausfuhr  erleichtert  werden,
ebenso  wie  es  im  Auslande  geschieht.  Bei  den  bestehenden
Verhältnissen  sind  die  deutschen  Fabriken,  die  den  Export  wegen
des  bedeutenden  Hinausragens  der  Produktion  über  den  Bedarf
nicht  entbehren  können,  hierin  auf  die  überseeischen  Länder
angewiesen.
Dafür  kommen  ihrer  Lage  nach  hauptsächlich  die  am  Wasser
gelegenen  Gruppen  der  deutschen  Zementindustrie,  also  die
Stettiner,  die  unterelbischen  und  die  rheinisch-westfälischen
Werke  in  Betracht.  Letztere  haben  auf  dem  Rheine  eine  sehr
günstige  Verschiffungsgelegenheit  und  führen  ihre  Waren  großenteils ­
  über  Belgien  aus,  weshalb  die  deutsche  Einfuhr  in  dieses
Land,  wie  schon  einmal  betont,  vielfach  nur  Durchgangsgut  ist.
Die  Stettiner  Fabriken  haben  trotz  ihrer  Lage  an  der  See  keinen
großen  Anteil  am  Export  über  den  Ozean,  weil  ihnen  schon  von
jeher  genügende  Schiffsverbindungen  gefehlt  haben.  Man  muß
hierbei  beachten,  daß  Zement  häufig  als  Schwergut  verfrachtet
wird  und  als  solches  auch  sehr  beliebt  ist.  Vielfach  wird  es
auch  von  Schiffen,  die  andere  Ware  gebracht  haben  als  Ladung
für  den  Rückweg  genommen,  wodurch  sich  die  Fracht  ebenfalls
Madelung,  Entwicklung  der  Deutschen  Portland-Zementindustrie.  6
            
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