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im Süden des Landes: 22 Eisenbahngesellschaften be-
saßen eine Streckenlänge von etwa 14500 Kilometer
und arbeiteten unter der sogenannten Leitung der
Richmond Terminal Company. Der Zusammenschluß
war aber so wenig zweckentsprechend, es gab da einen
derartigen Wirrwarr von Aktien, Vorzugsaktien usw.,
daß die Richmond Terminal als finanzielles Ärgernis
allerersten Grades galt. Es herrschte ewig Streit
zwischen den einzelnen Gesellschaften, denn es gab
viele ungeschlichtete Interessengegensätze, jede Ge-
sellschaft wahrte eifersüchtig ihre Rechte und be-
anspruchte immer etwas mehr, als ihr zustand, Es war
keine Stelle da, die diese Meinungsverschiedenheiten
ordnen konnte, Die Richmond Terminal war ein
Musterbeispiel für Wirrwarr und Unordnung, die ein-
zelnen Gesellschaften führten Krieg‘ gegeneinander
als ob sie nicht wüßten, daß sie vor dem Bankrott
standen, und ihre Streitigkeiten waren wirklich nicht
zu schlichten, wenn man allen Forderungen und Not-
wendigkeiten gerecht werden wollte.
Die Aktionäre wählten ein Komitee, um die
Schwierigkeiten aus der Welt zu schaffen, aber das
Komitee erlebte mitsamt seinen Plänen einen Zu-
sammenbruch — und die Kurse der Papiere auch.
Darauf wurde ein neues Komitee gewählt, diesmal
unter der Leitung von Frederick P.. Olcott, dem Präsi-
denten der New Yorker Central Trust Company. Es
bemühte sich mehrere Monate lang, die Verbindlich-
keiten und Ansprüche hin-‘ und herzuschieben, Ord-
nung in die Menge von mehr als hundert verschiedenen
Papieren zu bringen und Pläne für eine Umkapitali-
sation aufzustellen, aber vergeblich. Im Sommer 1892
wandte sich das Komitee an Morgan. Er sagte, er
werde die Reorganisation nur unter einer Bedingung
in die Hand nehmen, daß er nämlich nicht an irgend-
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