fullscreen: Sittlichkeit in Ziffern?

Über den „Wert“ der Unehelichen. 87 
zwar die These der Schuldlosigkeit der Unehelichen an ihrer 
eigenen Herkunft zwecks Aufstellung des Prinzips der Rechts- 
gleichheit mit den ehelich Geborenen für naturgesetzlich 
zutreffend anerkannt, diese Rechtsgleichheit aber. doch poli- 
tisch als gefährlich erklärt!25, In der gleichen Richtung wirkt 
auch die Tatsache, daß selbst in den Ländern, in denen 
die Nachforschung nach der Vaterschaft und die Heranziehung 
der ermittelten Männer zu den Unterhaltskosten des Kindes 
gesetzlich gestattet ist, wie in Deutschland, die regelmäßige 
Leistung der Alimentation nur in etwa 20% der Fälle er- 
folgt 126, 
Die Sterblichkeit der unehelichen Kinder ist bekanntermaßen 
von jeher eine außerordentlich große gewesen. In den Jahren 
1773 bis 17797 hat das Hospiz von Paris 31951 Findelkinder 
aufgenommen. Von diesen sind 21985 in ihrem ersten Lebens- 
monat, 3401 im ersten Lebensjahre gestorben. Nach Verlauf 
von 5 Jahren war nur noch ungefähr ein Siebentel der Kinder 
am Leben. Von 1789 bis 1813, d. h. im Verlauf von 25 Jahren, 
ist die Zahl der ausgesetzten Kinder in Paris auf 109650 ge- 
stiegen, und von dieser Zahl sind 39330 noch im Hospiz, also 
in den ersten Lebenswochen, gestorben; die Mehrzahl der übrigen 
starb vor dem Ende des ersten Lebensjahres, noch bei der 
Amme. Die Zahl der ausgesetzten Kinder stand dabei .in Paris 
im Verhältnis zu den Geburten wie eins zu drei!?7, 
werks in der öffentlichen Meinung hochzuhalten. (Johann Peter Süßmilch, 
Die göttliche Ordnung in den Veränderungen des menschlichen Geschlechtes, 
aus der Geburt, dem Tode und der Fortpflanzung derselben. 2. Aufl., Berlin 
185x, Bd. 1, S. 463.) 
125 Justus Möser, Patriotische: Phantasien, 5. Aufl., Berlin 1820, 
Nicolai, Bd. 2, S. 162. 
126 Hugo Schröder, Das Problem der Unehelichen, Leipzig 1924, 
Kabitzsch, S. 4r. 
127 Nach dem „Rapport fait au conseil gön6ral des Hospices, par un de 
ses membres, sur l’6tat des höpitaux, des‘ hospices et des secours 4 domicile 
A Paris, depuis le zer janvier 1804 jusqu'au rer janvier 1814“, p. 125£f,,
	        
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