fullscreen: 10 Jahre Wiederaufbau

‚itätswerke den größtmöglichen Grad der Sicherheit 
arreichen. 
Die Zahl der Unterwerke, welche die Umformung 
des von den Kraft- und Umspannwerkeu gelieferten 
5000 Volt Drehstromes in Gleichstrom für Licht- 
and Kraftzwecke, für die Straßenbahn und die nach 
dem Kriege elektrifizierte Stadtbahn besorgen, erhöhte 
sich seit IQ9I19 von 12 auf 21. Die Leistung aller Unter- 
werke teilt sich auf 73 Umformer mit 8LI50 Kilowatt 
und 49 Quecsilberdampfgleichrichter mit 42.760 
Kilowatt. Außerdem verfügen diese Unterwerke als 
Ergänzung über 20 Akkumulatorenbatterien mit einer 
Gesamtleistung von 15.156 Kilowatt. Für die Versor- 
gung der Drehstromkonsumenten wurden in der Zeit 
nach dem Kriege 806 Transformatoren mit einer 
Gesamtleistung von 74.389 Kilovoltampere aufgestellt, 
so daß heute 4606 Netztransformatoren mit eineı 
Leistung von 181.071 Kilovoltampere in Betrieb sind. 
An Kabeln wurden 803 km verlegt und damit eine 
Gesamtlänge des Kabelnetzes von 6408 km erreicht. 
In. der Peripherie der Stadt wurden 2l'3 km Frei- 
leitungen errichtet. 
Das Überlandnetz vergrößerte sich um 174 km auf 
350 km bei Steigerung der Leistung der dort mon- 
tierten Transformatoren auf 23.849 Kilovoltampere. 
Da die alte Straßenbeleuchtung mit Gas den 
modernen Großstadtbedürfnissen nicht mehr entsprach, 
entschloß sich die Gemeindeverwaltung zu großzü- 
giger Ausgestaltung der elektrischen Straßenbeleuch- 
tung. Zu Ende des Krieges waren nur die wichtigsten 
Plätze und eine ganz geringe Zahl von Straßen 
elektrisch beleuchtet, während heute 576 km Straßen 
nit 17.480 Lampen mit einem Anschlußwert von 
3780 Kilowatt elektrisch beleuchtet werden. 
Um den Konsum zu steigern, wurde eine zielbewußte 
Propaganda eingeleitet, welche die Bevölkerung mit der 
vielseitigen Verwendbarkeit der Flektrizität vertraut 
zemacht hat. Besonderes Augenmerk wurde der Erhö- 
jung des Verbrauches in der belastungsschwachen Zeit 
zugewendet und durch Einführung von elektrischen 
Speicheröfen für Raumbeheizung und des Elektroheiß- 
wasserspeichers für die Warmwasserbereitung ein schö- 
1er Erfolg erzielt. Die Schaffung einer ständigen Aus- 
;tellung im Direktionsgebäude, die unter dem Namen 
‚STEWE” bald allgemein bekannt war und in der 
ılle neuzeitlichen elektrischen Apparate für den 
Taushalt und das Gewerbe im Betriebe vorgeführt 
werden, hat die Bestrebungen der Elektrizitätswerke 
vesentlich gefördert. Die regelmäßige Abhaltung von 
Vorträgen hat einen unmittelbaren Kontakt mit den 
ionsumenten herbeigeführt. Durch Verkauf von 
\pparaten gegen 10-20 monatliche Teilzahlungen 
ınd einem ermäßigten Kraftstrompreis ist es jeder- 
nann möglich geworden, sich die Annehmlichkeiten 
der Elektrizität zunutze zu machen. Durch weitere 
Tarifmaßnahmen wurden die Geschäftsleute bewogen, 
‚hre Schaufenster über die Sperrzeit bis in die Nacht 
zu beleuchten, wodurch die Flektrizitätswerke mittel- 
bar zur Verschönerung des Stadtbildes in den Abend- 
and Nachtstunden beigetragen haben. 
Die Elektrizitätswerke haben durch ihre gewaltige 
Entwicklung die Nutzung der Elektrizität auch den 
Unbemittelten ermöglicht und nicht zuletzt durch 
Vergebung aller Arbeiten und Aufträge im Inlande zum 
Wiederaufbau der heimischen Wirtschaft beigetragen. 
DIE GASWERKE DER STADT WIEN 
Beim Ausbruch des Krieges ‚hatten die Wiener gewinne, die der Gemeinde aus dem Unternehmen 
‚tädtischen Gaswerke eine Leistungsfähigkeit von rund alljährlich zuflossen, war im Geschäftsjahre 1918/19 
Million Kubikmeter in 24 Stunden und im Kriegs- cin erheblicher Gebarungsabgang getreten. Die Bevöl- 
winter 1916/17 hatten sie die Grenze dieser Leistungs- kerung war infolge der Sparmaßnahmen und deren 
fähigkeit erreicht. Von da an mußte die Gaserzeugung notwendige strengste Handhabung der Gasverwendung 
nfolge Mangel an Kohle durch strenge behördliche entfremdet worden, zur elektrischen Beleuchtung und 
Sparvorschriften mehr und mehr eingeschränkt werden. zur Verwendung anderer Heizstoffe übergegangen. 
Von 245 Millionen Kubikmeter des Geschäftsjahres Die Arbeiterschaft war infolge der langen Dauer des 
(916/17 wurde die Gaserzeugung auf 153 Millionen Krieges und der Entwicklung, die die Lohnverhält- 
Kubikmeter im Geschäftsjahre 1910/20 herabgedrückt, nisse in der Kriegsindustrie gegenüber den Löhnen 
das ist um fast acht Jahre zurückgeworfen. der städtischen Bediensteten genommen hatten, ver- 
Durch den Zerfall des Staates wurde das Unter- ittert, durch weitestgehende Inanspruchnahme ihrer 
nehmen von seinen bisherigen Rohstoffquellen abge- Arbeitskraft, Unterernährung und Krankheit körper- 
schnitten und die Gefahr einer Betriebseinstellung lich geschwächt und in ihrer Leistungsfähigkeit he- 
‚ückte in bedrohliche Nähe. Auch die Betriebsanlagen deutend zurückgegangen. 
hatten infolge Mangel an vollwertigen Stoffen und Angesichts dieser Lage war daher die neue Ge- 
geschulten Arbeitskräften erheblich gelitten. Von Er- meindeverwaltung vor die schwere Aufgabe gestellt, 
neuerungen und Ausgestaltungen konnte natürlich das Unternehmen in wichtigen Belangen wieder neu 
keine Rede sein. An Stelle der bedeutenden Rein- aufzubauen. 
5
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.