zeigen. Die ärgerniserregenden Gegenstände waren
„die Sittenlosigkeit und die Verbrechen, die er in den
höheren Schichten sah!‘ Das Ergebnis des Verhörs
war ein Tadel, doch Pierpont verließ diese Kirche bald
und trat eine Predigerstelle in einem weitentfernten
Ort an.
Das Jahr 1861 fand ihn wieder in Boston, und im
Bürgerkrieg ging er an die Front als Feldkaplan des
22. Massachusetts-Regiments. Das Regiment bezog
ein Lager am Nordufer des Potomac. Es herrschte
wechselvolles Herbstwetter, und der Kaplan, schon
ein alter Mann, konnte die Kälte nicht ertragen. Die
halben Nächte lief er im Lager umher und schlug die
Arme um den Körper, um sich warm zu erhalten. End-
lich reichte er bei dem Kommandeur der Brigade ein
Gesuch um einen Urlaub von drei Tagen ein, um sich
in Washington nach irgendeiner Stellung umzusehen.
Der Offizier hatte nie von ihm gehört und sandte das
Gesuch zurück mit einem Vermerk auf der Rückseite:
„Wozu braucht er drei Tage? Zwei genügen,“
In einer schweren seelischen Depression stattete
Pierpont dem Staatssekretär Chase einen Besuch ab
und fragte in aller Bescheidenheit an, ob sich nicht
irgendeine wissenschaftliche Arbeit für ihn finden
ließe. Der Staatssekretär, der ihn dem Namen nach
sehr gut kannte, drückte ihm warm die Hand und ver-
sprach, alles für ihn zu tun, was in seiner Macht
stünde. Tatsächlich verschaffte er ihm eine literarische
Arbeit für die Regierung, die den alten Geistlichen bis
zu seinem Tode beschäftigte.
Von all den Kämpfen und schweren Schicksalen
dieses Mannes ist nur ein Gedicht übriggeblieben, das
in die Schulbücher übergegangen ist — „Warren's
Address‘, das beginnt:
„Steht fest! ’s ist euer Land, ihr Tapfren!”
IS