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Ziehungen, da einmal erwähnt wird, dass er von dort Geld
erwarte 1 ).
Neben diese grossen europäischen Unternehmungen traten
solche im engem Kreis. Paumgartners Vaterstadt Augsburg
war ja um 1530 der erste Geldmarkt Europas und Wohnsitz
der reichsten Bankiers der Welt. Wer Geld brauchte — Fürsten,
Adelige und Bürger —, wandte sich an die dortigen Kaufherrn.
Wie mancher Besucher der. glänzenden Reichstage von 1518,
1530 und 1548 wird damals bei Paumgartner Geld aufge
nommen haben. Das Bürgertum aber, besonders die kleinen
Leute, legten ihre Ersparnisse gegen Verzinsung bei den Bankiers
ein oder beteiligten sich mit ihren Kapitalien an den weit
ausschauenden Projekten der grossen Geldfürsten gegen das
Versprechen hoher Gewinnanteile 2 ). Weil dies alltägliche
Vorgänge waren, so haben sich Nachrichten davon nicht er
halten. Nur wenn wir Hans Paumgartners Geschäftsbücher
besässen, könnten wir nähere Aufschlüsse über diese Seite
seiner Tätigkeit geben.
Alle Fäden dieses weltumspannenden Geld- und Waren
handels liefen zusammen in Augsburg, wo in der Annastrasse
der reiche Kaufherr wohnte und wohl auch seine Kontore und
Wechselstuben sich befanden. Mehrere Angestellte, oft auf
verantwortungsvollen Posten, waren hier tätig. Zwei der
selben, Christoph Gering und Lorenz Grieninger, besässen
Hans Paumgartners besonderes Vertrauen. Gering, dem wir
weiter unten nochmals begegnen werden, hatte Sabina Arzt
zur Frau und gehörte zur Gesellschaft der Mehrer. Er nahm
sicher eine leitende Stellung im Geschäfte ein 3 ). Seit 1538
*) Roth, Reformationsgeschichte Bd. 3 S. 445.
2 ) Von Ambrosius Höchstetter erzählt Clemens Sender (Chron.
d. deutsch. Städte 23 S. 219): „zu im haben fürsten, graffen, edel,
burger, bauren, dienstknecht und dienstmägt ir gelt, was sie haben
gehept, (zu im) gelegt und von dem 100 genommen 5 fl.“
a ) Warnecke, Augsburger Hochzeitsbuch z. J. 1537 (S. 40),
und Stetten, Adeliche Geschlechter S. 442 Sp. 3. Gering unter
schreibt sich in einem Brief an Erasmus (siehe u. S. 89) als Paum
gartners Sekretär. Er ist aber wohl kaum identisch mit jenem Christoph
Gerung, der als Prediger bei St. Elisabeth in Memmingen tätig war
(Dobel: Memmingen im Reformationszeitalter I S. 35 f.).’ ! Grieninger
wird in Hans Paumgartners Testament als „Geheim Buchhalter“ be
zeichnet.