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Die Organisation.
Zum Beispiel: 10 Teilarbeiten je 1 Std. = 10 Arbeiter
10 „ „ 2 „ = 20 „
10 „ „ 3 „ = 30 „
insgesamt = 60 Arbeiter 1 .
Da in der Praxis nicht nur die Zahl der Teilarbeiten in die Hunderte geht,
sondern auch die Verschiedenheit in den Herstellungszeiten unbegrenzt ist, können
diese Beziehungen nur der erfahrungsmäßigen Handhabung überlassen bleiben;
dies geschieht durch erfahrungsgemäße Einstellung der einzelnen Leistungsmengen
und ihren Ausgleich durch Läger. Aus dieser Betrachtung heraus wird auch die
große organisatorische Bedeutung der Läger klar 1 2 , und es wird verständlich, wo
die vollgepfropften Läger der hochgegliederten Betriebe oder die riesige Papierflut
der arbeitsteiligen Büros ihren eigentlichen Ursprung haben; Sie sind die Puffer, die
der praktische Arbeitsvollzug einschieben muß, da eine vollkommen wissenschaft
lich durchdachte und systematische Zusammenarbeit des Betriebsablaufs mit der
höheren Gliederungsstufe immer weniger möglich wird.
Es sind vorwiegend drei große Fragenbereiche, welche sich der Beobachtung
der betrieblichen Arbeitsverkettung im Sinne der gemeinsamen Zweckaufgaben
darbieten. Zunächst handelt es sich um eine Sammlung und um eine räumliche
Zusammenfassung der zergliederten Aufgaben, ferner um eine Regelung der ein
zelnen oder bereits zusammengefaßten Aufgabenkreise und endlich um die Ver
bindung der zusammengefaßten und geregelten Aufgaben zu einer Einheit.
2. Die Aufgabenzusammenfassung (Abtoilungsbildung). Die Aufgabensamm
lung bedeutet eine Aufsammlung zum Zwecke einer zeitlichen und räumlichen
Verdichtung der zu erledigenden Aufgabenbereiche. Die Merkmale der Aufgaben
sammlung können ebenso wie die der Gliederung sehr verschiedener Art sein, wo
bei durchaus nicht immer, wenn auch häufig, eine räumliche Vorstellung mit ihnen
verbunden ist. So ist zunächst eine Aufsammlung gleicher Arbeiten lediglich nach
der Zeit denkbar; sie bildet einen fließenden Übergang zur Aufgabengliederung,
wo bekanntlich dieses Merkmal ebenfalls angeführt wurde als Arbeitseinteilung:
gleiche Arbeiten werden gesammelt und zu festgelegten Zeitpunkten oder be
stimmten Zeiträumen erledigt. Beispiele sind etwa das Aufsammeln von Provi
sionsrechnungen, um sie nachher auf den Gesamtbetrieb so zu verteilen, daß alle
Angehörigen eine halbe Stunde rechnen müssen (wie es in einem Großbetrieb der
Markenartikelbranche gehandhabt wurde). Dieser Fall könnte als typische Arbeits
häufung angesprochen werden 3 (während im allgemeinen die Aufgabensammlung
der Büchersohen „Arbeitsverbindung“ zuzuzählen wäre) 4 .
Die Sammlung der Aufgaben ist lediglich Mittel zum Zweck, aber es ist doch
schon der leichte Übergang zur Abteilungsbildung deutlich sichtbar: durch ge
eignete Maschinen wird im oben genannten Beispiel der Provisionsrechnungen die
Zusammendrängung der Arbeit erleichtert; nur der stoßweise Anfall verhindert die
Bildung einer Provisionsrechnerei.
Dagegen ist die Aufsammlung der Diktate im Stenogrammblock und ihre fort
laufende Erledigung im Schreibmaschinensaal schon eine reine Abteilungsbildung.
Auch hier kann nach Art der Schriftstücke durch Maschinen eine weitere Zu
sammenfassung möglich sein; so werden etwa die gesamten Schriftstücke, die sich
durch einen Versandauftrag (Markenartikel) ergeben, im Schreibzimmer auf einem
besonderen, perforierten Vordruck geschrieben und dann in einem besonderen
Raum nach dem Umdruckverfahren vervielfältigt. Auf diese Weise werden her
1 Dieses Beispiel ist entnommen aus: Nölting-Esser-Woldt: S. 40, wo diese Tatsache
zwar bemerkt, aber nicht näher auf die große organisatorische Bedeutung eingegangen wird.
2 Norsieok erwähnt (in: Sohaubildliche Erfassung, S. 37/38) bereits diese Läger, „welche
unterschiedliche Rhythmen und Mengen ausgleichen sollen“.
3 Bücher: S. 272 ff. 4 Bücher: S. 287.