Metadata : Die Frau und die Arbeit

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dem  Erzeugnis  fremder  Mühe,  nährte,  sich  von  den  Händen ­
  anderer  bedienen  und  warten  ließ.  Nachdem  das  Bedürfnis ­
  nach  ihrer  physischen  Arbeit  geschwunden  und
geistige  Tätigkeit  nicht  an  deren  Stelle  getreten  war,
schminkte  und  parfümierte  sie  ihren  Körper  oder  ließ  ihn
schminken  und  parfümieren,  lag  am  Sofa  oder  fuhr  im
Wagen  spazieren,  belud  sich  mit  Juwelen  und  suchte  durch
Zerstreuungen  die  unbestimmte  Leere  auszufüllen,  die  der
Mangel  an  produktiver  Tätigkeit  zurückgelassen  hatte.  Und
ihre  Hände  wurden  immer  weicher  und  ihr  Leib  immer
verweichlichter,  bis  zuletzt  selbst  die  Pflichten  der  Mutterschaft, ­
  der  einzige  Inhalt,  der  ihrem  Leben  geblieben,  ihr
widerwärtig  wurden  und  das  Kind  von  dem  Moment,  da
es  feucht  aus  ihrem  Schoße  kam,  in  fremde  Hände  überging, ­
  die  es  warteten  und  aufzogen.  Und  von  der  Kindheit
bis  ins  Alter  schuldete  ihr  Sprößling  oft  nichts  ihrer  persönlichen ­
  Arbeit.  In  vielen  Fällen  war  ihre  Entnervtheit
so  vollständig,  daß  schließlich  selbst  die  Freude,  Leben  zu
spenden,  der  Stolz  und  die  Seligkeit  reifer  Weiblichkeit,  ihr
zur  Last  wurde  und  sie  sich  ihr  zu  entziehen  suchte.  Nicht
etwa  um  gebieterischen  Pflichten  gegenüber  den  bereits
Geborenen  oder  gegenüber  der  Gesellschaft  keinen  Eintrag ­
  zu  tun,  sondern  nur,  weil  ihr  untätiges  Leben  sie  aller
Freude  an  mutigem  Anstrengen  und  Erdulden,  welcher
Art  immer,  beraubt  hatte.  Fein  gekleidet,  in  wohligem  Heim,
wurde  das  Leben  für  sie  rein  nur  die  Befriedigung  ihrer
eigenen  physischen  und  geschlechtlichen  Begierden  und
der  Begierden  des  Mannes,  durch  deren  Reizung  sie  sich
versorgen  konnte.  Ob  nun  als  ausgehaltenes  Eheweib,
als  ausgehaltene  Maitresse  oder  Prostituierte,  sie  trug
nichts  zu  der  schaffenden  oder  erhaltenden  Arbeit  der  Gesellschaft ­
  bei.  In  seiner  vollen  Entwicklung  ist  dieser  Typus ­
  ebenso  im  modernen  Paris,  Newyork  oder  London,  wie
im  alten  Griechenland,  Assyrien  und  Rom,  in  allen  seinen
Zügen,  seiner  Natur  und  seinen  Resultaten  ein  und  der-
            
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