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Krieg und Nachkriegszeit. 
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lebens. Seit jeher hat Mars die Venus geliebt, und ist ihr auf 
Schritt und Tritt gefolgt. Von den Landsknechtshorden Carls V. 
und seiner Zeitgenossen und den Söldnerscharen des Dreißig- 
Jährigen Krieges bis in die modernsten Zeiten haben sich ganze 
Trainkolonnen von Freudenmädchen an die Fersen der kämp- 
fenden Regimenter geheftet. Aus dem ersten Balkankrieg (1912) 
berichtet ein dänischer Journalist nicht ohne Humor: „Als ich 
auf dem abgelegenen Kriegsschauplatz in Montenegro weilte, 
war ich nicht wenig erstaunt, daß Pariser Halbweltdamen die 
Hotels bevölkerten, die der Masseneinquartierung von Offizieren 
und Mannschaften kaum gewachsen waren. Als ich meinem Reise- 
gefährten, dem 1913 in Rom verstorbenen finnisch-russischen 
Oberst Biaudet meine Verwunderung darüber aussprach, meinte 
er: ‚Lieber Doktor, Sie sind mit Ihren 33 Jahren wirklich noch 
recht naiv. Ich habe elf Feldzüge mitgemacht: in der Mand- 
schurei und in Korea, in Turkestan und Sibirien, in China und 
im Kaukasus. Ich habe Hunger und Durst, Hitze und Kälte ge- 
litten, oft fehlte es uns empfindlich an Kleidung und Schuhen, 
Waffen, Munition und anderen Ausrüstungsstücken, aber ich 
kenne keinen Krieg, wo wir an Weibern Mangel litten‘ 58 « 
Wenn im ganzen in neuerer Zeit dieses Unwesen, weniger 
aus moralischen als aus militär-administrativen und militär- 
technischen Gründen, wenn auch nicht völlig beseitigt, so 
doch stark eingedämmt worden ist, so ist an seine Seite eine 
andere, noch verächtlichere Gepflogenheit getreten: Im Feindes- 
land schont die rohe Geschlechtlichkeit des Mannes nicht einmal 
die Feindin. Die Mitglieder der Armee in Feindesland ver- 
gnügen sich mit den Frauen, die sich dazu bereit finden lassen 
oder bereit finden müssen. Die Männer werden als Feinde er- 
schlagen, die Frauen werden zum Beischlaf begehrt, während 
zu Hause die Ehefrauen in Todesängsten der Heimkehr der 
58 Wieth-Knudsen, S. ı69.
	        
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