Full text: Der österreichische Exporteur

28 für Polen, 25fürJugoslawien und27für Ungarn. Je weiter man demnach in Europa 
von Westen nach Osten vordringt, in um so schärferer Ausprägung findet sich das Prinzip der 
3rößtmöglichen wirtschaftlichen Absperrung in der Handelspolitik der betreffenden Staaten ver- 
wirklicht. (Siehe „The Economist“ vom 2. Oktober 1926.) 
Es wäre kurzsichtig, zu verkennen, daß bei diesem, einen großen Teil des europäischen Kon- 
vinents beherrschenden System ein Zurückweichen einzelner Staaten auf dem nun schon so 
weit beschrittenen Weg kaum mehr möglich ist, ja daß sich sogar das Tempo der Bewegung in der 
oingeschlagenen Richtung nur beschleunigen kann. Notwendigerweise muß der einem Erwerbszweig 
gewährte Schutz ein Verlangen nach einer gleichen Begünstigung. bei anderen Gruppen des Wirt- 
schaftslebens auslösen, und mit zwingender Gewalt zieht die Tariferhöhung in einem Lande ähnliche 
Tariferhöhungen in anderen Staaten nach sich, die kaum beschlossen, schon als unzureichend 
erkannt werden. Nur eine internationale, beziehungsweise einevonden wich- 
bigsten Staaten Europas einvernehmlich getroffene Lösung kann in 
liesem Zustand, dessen Unhaltbarkeit kaum mehr irgendwo bezweifelt 
wird, Wandelschaffen. Die Weltwirtschaftskonferenz, die im Mai 1927 in Genf abgehalten 
wurde, und die Tagung der Internationalen Handelskammer, die im Juni 1927 in Stockholm statt- 
fand, galten hauptsächlich der Vorbereitung solcher Vereinbarungen. Es bleibt zu hoffen, daß die 
Ergebnisse der Genfer und Stockholmer Konferenz baldmöglichst in die Wirklichkeit umgesetzt werden. 
Solange dies nicht der Fall ist, wird Österreich bestrebt sein müssen, seinen Export in 
steigendem Maße in entfernter gelegene Absatzgebiete zu lenken, deren Zollschranken entweder 
weniger hoch sind oder wenigstens nicht schutzzöllnerischen Zwecken dienen. Ansätze hiezu sind 
oemerkbar, wenn auch eine ausgesprochene Tendenz in dieser Richtung aus den Handelsbilanzziffern 
der letzten Jahre noch nicht hervorgeht. Eine solche Tendenz würde jedenfalls dadurch befördert, 
laß sich eine große Anzahl österreichischer Produkte, für deren Ausfuhrmöglichkeit wirtschafts- 
yeographische Gesichtspunkte eine mehr oder minder untergeordnete Rolle spielen, schon vor dem 
Kriege auf dem Weltmarkt dank ihrer hervorragenden Qualität oder dank der Originalität ihrer 
Form und dem künstlerischen Geschmack ihrer Ausführung vorteilhaft eingeführt haben. Öster- 
eich bringt in steigendem Maße industrielle und gewerbliche Erzeugnisse auf den Markt, die auch 
für den Absatz in entfernten Gebieten in Betracht kommen, und der Zweck dieses Buches ist, auf die 
betreffenden Produktionszweige aufmerksam zu machen. Der Anteil der einzelnen Staaten an der 
österreichischen Ausfuhr in Prozenten vom Gesamtbetrag des Exports und im Vergleich der Jahre 
1924, 1925 und 1926 ist aus nachfolgender Tabelle ersichtlich: 
Tschechoslowakei . 
Deutsches Reich 
Hallen 
Una ls 
Jugoslawien . .. 
Rumänien... 
Schweiz ARE 
Polen Shin er oa 
Großbritannien :. 
Vereinigte Staaten 
Frankreich . . 
Rußland + 
Abessinien . . 
Japan u. 
Bulgarien... 
Niederlande :. 
re A 
Britisch Indien 
Deutsche Häfen 
Türkei „0.10 
ÄgyDien + 1. 
Griechenland . 
Argentinien 
Schweden . . 
China br 
Dänemark dr. ar ht Ad ee 
BOlEIOn er N rn 
Niederländisch Indien... 
Brasilien LED 
Spanien ar Yan 
Andere Länder ... ... 
1924 
111%, 
13:1 
10:1 
8:8 
0:38 
5 
‚X 
Je 
1925 
111%, 
151 
(0:4 
8:3 
9:0 
5:9 
x 
8:4 
3:6 
29 
25 
20 
9) 
2 
1926 
1%, 
11°8 
99 
98 
9:0 
6°3 
55 
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40 
25 
0 
3 
RR 
°D 
19 
2 
0:8 
0:9 10 
0:7 v9 
0:8 09 
0:6 0:9 
05 ö9 
06 0:8 
0:4 0:7 
0:4 6°5 
0:5 05 
0:2 0: 
0:2 O2 
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