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Im obersten Lauf durchfließt der Tessin das Längs
talstück des Bedrettv, das den Nufenenpaß ins Wallis
und den für Gotthardbahn und -Festung militärisch wich
tigen San Giacomopaß ins italienische Tosatal nach
Domodossola hinunter sendet. Bei Airolo erreichen die
Gvtlhardstraße von Andermatt her und der Bahntunnel
das Tessintal, beschützt durch eine moderne Feftungsanlage
mit Außenwerken. Das Livinental (Leventina) zeigt einen
ähnlicheil Stufenbau wie das obere Wallis; es wird
durch die Schluchten des Monte Piottino und der Bias
china in langgestreckte Talbecken zerlegt. Die Gvtthard-
bahn überwindet die Stufen in se einem doppelten Kehr
tunnel. Die Wasserkraft des 800 m über dem Hanpt-
tal liegenden Ritomsees im Val Piora und der Schlucht
am Monte Piottino ist bereits für den elektrischen Be
trieb der Gotthardbahn gesichert. Während in Quinto
noch der Tannenwald herrscht, treten im Becken von
F a i d o bereits die Kastanien als Vorboten des Südens
auf. Sie umspannen im Verein mit den ersten Wein-
lauben auch die Bergsturztrüminer der Talstufe von
Giornico. Bei Biasca mündet das Bleuivtal, in
dessen Hintergrund Olivone die Lnkmanierstraße und
den Greinapaß zuin bündnerischen Vorderrheintal be
herrscht. Biasca liegt mit 339 in in gleicher Höhe wie
der tiefste Ort im nördlichen Mittelland bei Brugg.
Auf seiner grünen Talsohle bildet die Rebe durch Gneis
säulen gestützte Lauben. An der steilen Talhalde von
Osvgna ist einer der größten Steinbrüche in Betrieb.
Bei Arbedo nimmt der Tessin die Moesa aus dem
Misox auf und wendet sich dann, westwärts umbiegend,
auf immer breiter werdender Talsohle dem Langensee
zu. Von Giornico an begleiten Waldstreifen von Pappeln,
Weiden und Erlen den Fluß auf dem verwilderten und
oft überschwemmten Talboden stundenweit bis zur Mün-
dung in den See. Am Ausgang der Talstreckc der Ri
viera zum langgestreckten Delta des Tessins liegt die
kleine Hauptstadt Bellinzona 10400 Einwohner,
Nördlicher
Tessin