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die vordem keine Zinsgarantie erforderten. Und hierdurch
wird eine Situation geschaffen, deren Gefahren in steigendem
Maße zunehmen müssen.“
Das Volk hat zumeist von den wirtschaftlichen Schatten
seiten keine rechte Vorstellung. Die allgemeine Geschäfts
lage ist gut; die Erwerbsmöglichkeiten in der Industrie,
im Warenhandel und im Verkehrswesen sind reichlich vor
handen und gewähren, wie ich dies wiederholt betont habe,
sicheres, oft glänzendes Auskommen. Von einem ausschlag
gebenden Einfluß der Börse und vornehmlich des Börsen
spiels auf die rein kaufmännische und gewerbliche Betätigung
verspürt man nichts und will auch davon durchaus nichts
wissen.
Im Frühjahr 1902 besuchte ich die im Entstehen
begriffenen großartigen Anlagen der „Pacific Coast Oil Co.“
in San Francisco, eine Schöpfung der „Standard Oil Co.“.
Der General-Direktor der Werke, Herr W. S. Rheem,
ein hervorragender Ingenieur, kühl in der Beurteilung aller
Dinge, sagte mir, als ich mich, angesichts der damals bekannt
gewordenen Krisis der Webb-Meyerschen Industriewerte an
der New Yorker Börse, über die allgemeine Lage bedenklich
äußerte, ungefähr, was folgt: „Lassen Sie sich nur nicht durch
Börsen - Ereignisse beirren. Hohe oder niedrige Kurse,
Hausse, Baisse oder gar Panik haben mit der Industrie der
Union wenig zu tun. Natürlich haben auch wir industrielle
Etablissements, die in ihrer weit angelegten Ausdehnung
keine Existenzberechtigung besitzen, oder die auf ungesunder
finanzieller Basis aufgebaut sind. Solche Fabriken und die
Kapitalswerte, die für sie ausgegeben sind, gehen bei uns,
wie überall in der Welt, zugrunde. Für die Vorkommnisse
an der Börse sind die Erzeugungsstätten amerikanischen
Gewerbefleißes nicht verantwortlich zu machen.“
Auf der andern Seite ist im Volke der Argwohn