Ägypten (Ackerbau, Industrie, Handel). 7
von 1877 nur von 6,« Mill. Mk. Un
ter den Auöfuh'robjekten nehmen Weizen
und Erbseir immer die erste Stelle ein,
Mehl wird ziemlich stark importiert. Weit
wichtiger für den Handel ist der Baum
wollbau, besonders seit dem amerika
nischen Seeessionskrieg gefördert; indcö
ist der Export in beständiger Abnahme.
Derselbe betrug 1874: 193.5 Mill. Mk.,
18/8 nur 90,i Mill. Mk.; auch der Ex
portwert voir Baumwollsameu war auf
20,2 Mill. Mk. gesunken. Mit Flachs
waren 1877 bestellt: 0075 ha,, von denen
incili 1905 metr. Tonnen erntete. Von
Rohrzucker gewann man 1878: 900,000,
1879: 600,000 Ctr.; ausgeführt wurde
1878 für 16,4 Mill. Mk. Andre Produkte
sind Indigo und Mohn. Der Ackerbau
wird indes sehr gehindert durch die Be
drückungen der Regierung, welche die Fel
lahs zwingt, die Bodenprodukte in die Re-
giernngömagazine abzuliefern, von wo
dieselben dann durch die Regierung an die
großen Handelshäuser von Triest, Alexan
drien und Marseille verkauft werden. Die
Fellahs erhalten eine bestimmte Vergü
tung für den Ertrag ihrer Ernte sowie
für die zur Bestellung der Äcker nötigen
Tiere und Werkzeuge. Außerdem bestehen
eine Grundsteuer und eine Steller aus
jede Dattelpalme und für jedes Rad, das
zum Bewässern der Felder und Dattel-
palmenpflanzungen dient. — Der Vieh-
stand war Ende 1878:
Pferde. . . 8741
Esel u. Maul
esel . . . 87882
Rinder
Schafe
Ziegen
228320
320047
26871
Von den Erzeugnissen der Viehzucht ge
langen in den Handel: Wolle (ausgeführt
1878 für 0,i Mill. Mk.) und Häute (5,5
Mill.Mk.). — Von Industrien ist fast
gar nicht die Rede, wenigstens liefern die
selben nur die einfachen Bedürfnisse der
Bewohner. Die durch Mehemed Ali ins
Leben gerufene Baumwollindustrie hat
sich nie zu irgend einer Bedeutung em
porarbeiten können, da selbst von den
Banmwollstnhlcn Zolle erhoben wurden.
Erwähnenswert sind indes die Produktion
von Natron aus den Natronseen südlich
von Alexandrien sowie die Zucht junger
Hühner mittelst Brutofen. — Der Han
del hat seit der Eröffnung der Überland
route mittelst Eisenbahn von Alexan
drien nach Suez und in neuerer Zeit
durch Eröffnung des Snezkanals (st d.)
einen bedeutenden Aufschwung genom
men. Die wichtigsten Handelshäfen für
den Verkehr mit Europa sind: Alexan
drien und Port Saïd, für Indien und
Ostasien: Suez, für den Verkehr mit dem
afrikanischen Binnenland und Arabien:
Kosseir, Sauakin u. Massana. — Als Ve r-
kehrsweg dient in hervorragendem Maß
der Nil, welcher bis zu den Katarakten
mit Dampfern befahren wird. Auch auf
dem Weißen Nil bis Lado besteht Dampf
schiffahrt, und selbst auf dem Albert
Nyanza- (Mwutan-) Sec sind zwei Dam
pfer in Fahrt gesetzt worden. Von Eisen
bahnen standen Ende 1879 in Betrieb:
1494 km, welche Kairo mit Alexandrien,
Suez (über Ismailiti), Damiette, Sint re.
verbinden; in Oberägypten sind in Angriff
genommen und teilweise vollendet die Li
nien Assnan-ElOrdeh und Sauakin-Ehar-
tum. In Boston hat sich eine amerikani
sche Gesellschaft gebildet, um die Konzes
sion znm Bau und Betrieb einer Bahn
zu erlangen, welche Kairo über Port Saïd
und Damaskus mit der einer englischen
Gesellschaft konzessionierten Euphratbahn
verbinden soll. —Die P ost (Ä. gehört zum
Weltpostverein)befördertel879:2,579,500
Briefe und Postkarten, 831,000 Zeitungen
und Drucksachen, Postmandate im Betrag
von 5,9 Mill. Mk. und an Geldsendungen
255 Mill. Mk. Die Länge der Telegra
ph e n l i n i e n betrug 1878: 8569 km (da
von englische von Alexandrien nach Kairo
und Suez 728), derDrähte 13,496(davon
engl. 1456). — Die Handelsmarine
zählte 1877: 555 Segelschiffe von 30,909
Ton. und 30 Dampfer von 28,965 T. —
Im Schiffsverkehr liefen 1877 ein in:
Schiffe Tonnen
Alexandrien . 2420 1157817
Port Said . 2159 2121545
Suez . . . 1168 1 048555
Andre Häfen 1407 214702
Summa: 7214 4 542619
Davon waren 1221 Postdampfer, 2673
andre Dampfer und 3320 Segelschiffe.
Der Handel nimmt seinen Weg zum