Full text: Der historische Materialismus

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Aber was braucht jetzt der Arbeiter die Religion, der 
Arbeiter, der die Nalur und die Gesellschaft verstehen ler— 
nen kann, und der für eine zusammenarbeitende Gesellschaft 
kämpft? Und was braucht sie das kommunistische Proleta— 
riat, die kommunistische Gesellschaft, die sich Natur und Ge— 
sellschaft wirklich, d. h. materiell unterworfen hat, und die 
das Zusammenarbeiten, d. h. die wirkliche, materielle Gin— 
heit exreicht hat? 
Sie brauchen sie nicht. 
War doch die Relegion nur das falsche Bild des Be— 
greifens, und die falsche Vorstellung der Einheit. Falsch, 
unmd Bild, und Vorstellung eben nur, weil Einheit und Be— 
greifen noch unmöglich waren.“) 
Wer wirklich begreift und wirklich mit der Mensch— 
heit eins ist, braucht keine falschen Bilder von Verstehen 
uͤnd Einheit mehr. Der Arbeiter, der für den Kommunis— 
mus kampft, und der Arbeiter der kommunistischen Gesell— 
schaft dienen statt eines Gottes der Menschheit. 
Wenn der nach Kenntnis hungernde und dürstende 
Proletarier, aus Sehnsucht, sich und seine Klasse zu be— 
freien, das verstanden hat, daun kann man ruhig sagen, 
daß es keinen einzigen Platz in seinen Gedanken mehr gibt, 
o die Religion wohnen könnte. Der kapitalistische Pro— 
dukt onsprozeß, der ihm das Elend, die Not, das Bedürfnis 
und den Draug nach Befreiung und schließlich das Wissen 
gab, hat die Religiön in ihm absterben lassen. Der Ge— 
danke an sie ist für immer verschwunden, man begehrt keine 
Lampe mehr im vollen Sonnenlicht. 
Die Revolution, die in diesem Augenblick durch die 
Welt geht, mit der russischen angefangen, bringt in der Ar— 
beulertlasse der Religion noch einen letzten Stoß bei. Denn 
der Meser fühlt sich durch sie zum Beherrscher der Welt, 
der Natur und der Gesellschaft wer den. Und weil er, 
durch die kommuniistische Arbeit, selbst zum Herrscher wird, 
braucht er keinen üͤberirdischen Meister mehr. 
Wenn die sozialistische Gesellschaft einmal da ist, wird 
die Natur noch viel besser erkannt werden. Und die Er— 
forschung der Gesellschaft wird nicht mehr, wie jetzt, Mühe 
und Schweiß kosten. Klar und durchsichtig wird sie vor 
dem Auge liegen. Natur und Gesellschaft werden dann 
dem Naschen unterworfen sein. Dann wird der Gedanke 
88 ist sehr humoristisch zu sehen, wie nach dem Weltkrie 
im allgemeinen Niedergang des Kapitalismus, das Bedürfnis 
Religlon vieder zugenymmen hat. Sobald aber das „Geschäft“ 
wieder besser geht, verschwindet dies.
	        
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