Full text: Der historische Materialismus

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Man muß mit dem Studium anfangen. Wenn man wissen 
will, woher es kommt, daß eine Klasse, ein Volk in einer 
bestimmten Weise denkt, dann sage man nicht: Wohlan, 
die Produktionsweise war so und so, sie bewirkt also ein 
solches Denken. Dann würde man oft betrogen sein, denn 
oft erzeugt dieselbe Technik bei einem Volke ein ganz an— 
deres Denken als bei dem anderen, wie sich denn auch ver— 
schiedene Produktionsweisen bei verschiedenen Völkern auf 
dieselbe Technik stüßen können. Auch andere Faktoren 
müssen untersucht werden die politische Geschichte des Vol— 
kes, das Klima, die geographische Lage, die alle neben der 
Technik auch ihren Einfluß auf Produktionsweise und 
Denken haben. Erst wenn man die anderen Faktoren 
kennt, erst dann trilt der historische Materialismus, die 
Wirkung der Produktivkräfte und Produktionsverhältnisse 
in dieser Umgebung glänzend zutage 
Wer die historischen Studien nicht machen kann, der 
zebe sich mit der Betrachtung unserer eigenen Zeit zu— 
rieden, mit dem Kampfe zwischen Kapual und Arbeit, 
dessen Spiegelbild vor allem im Geiste der Abrester deut 
lich sichtbar ist, und zu dessen Verstaͤndnis der Arbeler sich 
durch gute Leklüre und das Besuchen guter Kurfe sehr wohl 
emporarbeiten kann. 
Wir haben weiter gesehen, daß die verschiedenen Be— 
zirke des Geistes keine abgesperrten Raͤume sind Zusam⸗ 
men bilden sie e in Ganzes, alle wirken sie aufeinander, 
die Politik auf die Oekonomie, die Sitte auf die Politik, 
die Technik auf die Wissenschaft, und umgekehrt E gibt 
eine Wechselwirkung, eine Ruckwirkung, ein selbständiges 
Weiterleben des einmal aufgeblühlen geistigen Lebens. 
Aber ihre Triebkraft ist die Arbeit, und die Kanale, in 
welche die geistigen Ströme fließen, sind die Pobution— 
verhältnisse 
Auch die Tradition ist eine Macht, oft eine hemmende 
Der ganze Prozeß ist, wie wir gesehen haben, ein 
menschlicher Prozeß, der sich durch Menschen und 
im Menschen vollzieht, das heißt also nich ein mecha⸗ 
nischer Prozeß. Wir haben wiederholt darauf hinweisen 
können, daß die Grundlage alles Geschehens das mensch⸗ 
liche Bedürrfnis und die menschlichen Triebe sind, 
der Trieb der Selbsterhaltung, der Fortpflanzungstrieb, 
der soziale Trieb. Triebe und Bedürftuisse, das sind fsein 
nurmechanischen, das sind auch geistige, das sind lebendige 
Dinge s sud Gefuh de, ahso doch zaß chls feg 
Mechanisches Wir sahen, daß nichts dͤmmer oder be
	        
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