Erster Abschnitt.
Es genügt indes nicht, den spezifischen Charakter der Arbeit
auszudrücken, woraus der Wert der Leinwand besteht. Mensch-
liche Arbeitskraft im flüssigen Zustand oder menschliche Arbeit
bildet Wert, aber ist nicht Wert. Sie wird Wert in geronnenem
Zustand, in gegenständlicher Form. Um den Leinwandwert als
Gallerte menschlicher Arbeit auszudrücken, muß er als eine
„Gegenständlichkeit“ ausgedrückt werden, welche von der Leinwand
selbst dinglich verschieden und ihr zugleich mit anderer Ware ge-
meinsam ist. Die Aufgabe ist bereits gelöst.
Im Wertverhältnis der Leinwand gilt der Rock als ihr quali-
tativ Gleiches, als Ding von derselben Natur, weil er ein Wert ist.
Er gilt hier daher als ein Ding, worin Wert erscheint, oder welches
in seiner handgreiflichen Naturalform Wert darstellt. Nun ist zwar
der Rock, der Körper der Rockware, ein bloßer Gebrauchswert.
Ein Rock drückt ebensowenig Wert aus als das erste beste Stück
Leinwand. Dies beweist nur, daß er innerhalb des Wertverhältnisses
zur Leinwand mehr bedeutet als außerhalb desselben, wie so
mancher Mensch innerhalb eines galonierten Rockes mehr bedeutet
als außerhalb desselben.
In der Produktion des Rockes ist tatsächlich, unter der Form
der Schneiderei, menschliche Arbeitskraft verausgabt worden. Es
ist also menschliche Arbeit in ihm aufgehäuft. Nach dieser Seite
hin ist der Rock „Träger von Wert“, obgleich diese seine Eigen-
schaft selbst durch seine größte Fadenscheinigkeit nicht durchblickt.
Und im Wertverhältnis der Leinwand gilt er nur nach dieser Seite,
daher als verkörperter Wert, als Wertkörper. "Trotz seiner zu-
geknöpften Erscheinung hat die Leinwand in ihm die stamm-
verwandte schöne Wertseele erkannt. Der Rock kann ihr gegen-
über jedoch nicht Wert darstellen, ohne daß für sie gleichzeitig der
Wert die Form eines Rockes annimmt. So kann sich das Individuum
A nicht zum Individuum B als einer Majestät verhalten, ohne daß
für A die Majestät zugleich die Leibesgestalt von B annimmt und
daher Gesichtszüge, Haare und manches andere noch mit dem
jedesmaligen Landesvater wechselt.
Im Wertverhältnis, worin der Rock das Aequivalent der Lein-
wand bildet, gilt also die Rockform als Wertform. Der Wert der
Ware Leinwand wird daher ausgedrückt im Körper der Ware Rock,
der Wert einer Ware im Gebrauchswert der andern. Als Gebrauchs-
wert ist die Leinwand ein vom Rock sinnlich verschiedenes Ding,
als Wert ist sie „Rockgleiches“ und sieht daher aus wie ein Rock.
So erhält sie eine von ihrer Naturalform verschiedene Wertform.
Ihr Wertsein erscheint in ihrer Gleichheit mit dem Rock, wie die
Schafsnatur des Christen in seiner Gleichheit mit dem Lamm
Gottes.
Man sieht, alles, was uns die Analyse des Warenwertes vorher
sagte, sagt die Leinwand selbst, sobald sie in Umgang mit anderer
Ware, dem Rock, tritt. Nur verrät sie ihre Gedanken in der ihr