Full text: Der historische Materialismus

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Natur und der Gesellschaft von der Arbeiterklasse begriffen 
werden, dann hat sie auch recht, nichts Uebernatürliches 
mehr anzuerkennen, wofür dann ja auch jeder Grund fehlt 
dann sind all ihre Gegner, die einer Religion anhangen, 
im Aberglauben befangen. 
Und so ist es auf jedem Gebiet: die Entwicklung der 
Technik bewirkt, daß eine Klasse nicht nur materiell, son— 
dern auch geistig auf- oder absteigt. Wenn die Verhälknisse, 
die eine Klasse will, zur Wirklichkeit werden, dann werden 
auch ihre Gedanken, womit sie will, wahr. Kein Wunder, 
denn der Gedanke ist ja nur Theorie, die Betrachtung, das 
Zusammenfassen der Wirklichkeit in einen allgemeinen 
Begriff. 
Die soziale Revolution, deren Anfang wir jeßtzt er— 
leben, macht also alle die Gedanken des Proletariats zur 
Wahrheit. 
Freilich, nicht zur absoluten. Denn auch die Arbeiter 
sind nur Menschen, deren Sinnesorgane und deren Geist 
keine vollkommene Wahrheit geben Auch sie sehen die Welt, 
die Gesellschaft nur von einem bestimmten Punkte unter 
einem bestimmten Winkel. Aber sie sehen sie besser, wahrer 
als alle anderen Menschen. 
Und deshalb haben wir den historischen Materialis 
mus mit aller Kraft, die uns innewohut, den Arbeitern 
klarzumachen gesucht. Denn im Geiste des Proletariats 
muß die Kraft der Wahrheit leben. 
Die Kraft des Individuums 
Und dieser letzte Satz führt uns nun von selbst zu 
einem guten Schlusse: Im Geist des Proletariats soll die 
Kraft der Wahrheit leben 
Gewiß, die Technik treibt zum Sozialismus. Wir 
werden von der Technik zum Sozialismus getrieben. Wir 
machen die Geschichte n icht aus freien Stücken 
Die Mbeit wird gesellschaftlich“ „Die Produktions— 
verhaͤltnisse müssen sozialistisch werden.“ „Die Eigentums 
derhaältnisse fordern Vergesellschaftlichung.“ 
Gewiß. Die gesellschaftliche Materie ist mächtiger als 
der Geist des Individuums. Das Individuum muß 
folgen, wohin sie führt. 
Aber — die Technik ist aus Maschinen und Men— 
schen zusammengesetzt. Atbeit bedeutet in der Produktion 
fich betäktigende Menschenhände, Menschengehirne und 
Menschenherzen. Die Eigentumsverhältnisse sind jetzt Ver— 
haltuisse vbon Eigentümern und Nichteigentümern—
	        
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