fullscreen: Leben und Lehre des Buddha

Bodhisattva und Buddha. 
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ausreichen, um die Eigenschaften eines Buddha auch nur herzusagen. 
Die scholastische Systematik der späteren Zeit hat indes doch ans 
diesen unzählbaren Eigenschaften eine kleinere Zahl charakteristischer 
Merkmale hervorgehoben, und zwar schreibt sie Buddha 10 Bud 
dhakräfte, 32 „Merkmale eines großen Mannes" und 80 oder 84 
geringere Kennzeichen zu. Unter den 32 Merkmalen sind zwei 
erwähnenswert, weil sie stets ans den Bildern Buddhas erscheinen, 
der sogenannte Uchyisa und die Haartracht. Der Usnioa ist eine 
Art Krone auf dem Kopfe des Buddha. Meist erscheint er auf den 
Bildern und Statuen als ein seltsamer Auswuchs mitten auf dem 
Schädel, bald rundlich, bald spitz, bald oben gespalten, bald flam 
menartig, oft so hoch, daß er dem Kopfe an Höhe gleichkommt. 
Man hat die Vermutung ausgesprochen, daß Buddha wirklich auf 
dem Kopfe einen Auswuchs gehabt habe. Indes das ist sehr un 
wahrscheinlich, da die Texte davon nichts erwähnen. Wir dürfen 
unbedenklich glauben, was der Brahmane Sonadanda sagt, daß 
Buddha ein schöner, gut aussehender, stattlicher Mann mit aus 
gezeichnetem Teint war. Denn seine Persönlichkeit hat ohne Zweifel 
zu seinem Erfolge viel beigetragen. 
Die Haupthaare werden dargestellt als sehr dunkel, blauschwarz 
wie Augensalbe oder der Schweif eines Pfaus, gelockt und nach 
rechts gewandt. Die Schwärze und Steifheit der Haare hat Sir 
William Jones zu der Behauptung veranlaßt, Buddha sei ein 
Afrikaner gewesen. Zwischen den Augenbrauen hat Buddha ferner 
eine Art Knäuel, die Urna, Pali ünnä, die den Glanz des 
Schnees oder Silbers hat. Von hier aus sendet er die Strahlen, 
mit denen er alle Welten bis in die tiefste Hölle hinein erleuchtet. 
Sie findet sich aber nicht auf allen Bildern. Später nahm man 
auch an, daß auf jeder Fußsohle des Buddha sich 108 Merkmale 
befanden, Figuren, wie das Rad mit 1000 Speichen, der Götter 
berg Nora, Elefant, Löwe, Tiger, Lotos, das Hakenkreuz (der Sva- 
stika; S. 45) u. dgl. Dazu koinmen dann noch höchst umständ 
liche, ermüdende und törichte Beschreibungen der Person Buddhas, 
von denen die alten Texte nichts wissen. Aber immer bleibt Bud 
dha ein Mensch, zwar ein vollkommener, aber doch ein sterblicher 
Mensch. Ja, er ist nicht einmal der einzige Buddha, der auf Erden 
erschienen ist. Nach allgemein indischer Vorstellung ist die Welt 
in bestimmten großen Zeiträumen, Kalpa genannt, dem Unter 
gänge verfallen, um sich dann wieder zu erneuern. Die Lebens 
dauer der Menschen in diesen Weltperioden ist ganz verschieden.
	        
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