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Dritter Abschnitt
Kapital nicht nur die moralischen, sondern auch die rein physische
Maximalschranken des Arbeitstages. Es usurpiert die Zeit fl
Wachstum, Entwicklung und gesunde Erhaltung des Kärpers. BE
raubt die Zeit, erheischt zum Verzehr von freier Luft ud Sonner
licht. Es knickert ab an der Mahlzeit und einverleibt sie womöglich
dem Produktionsprozeß selbst, so daß dem Arbeiter als bloßem Pr"
duktionsmittel Speisen zugesetzt werden, wie dem Dampfkess®‘
Kohle und der Maschinerie Talg oder Oel. Den gesunden Schl#
zur Sammlung, Erneuerung und Erfrischung der Lebenskraft red‘
ziert es auf so viel Stunden Erstarrung, als die Wiederbelebung ein®
absolut erschöpften Organismus unentbehrlich macht. Statt daß d®
normale Erhaltung der Arbeitskraft hier die Schranke des Arbeit”
tages, bestimmt umgekehrt die größte täglich mögliche Veravt
gabung der Arbeitskraft, wie krankhaft gewaltsam und peinlich au
immer, die Schranke für die Rastzeit des Arbeiters. Das Kapit
[ragt nicht nach der Lebensdauer der Arbeitskraft. Was es inte”
essiert, ist einzig und allein das Maximum von Arbeitskraft, das
einem Arbeitstag flüssig gemacht werden kann. Es erreicht di*
Ziel durch Verkürzung der Dauer der Arbeitskraft, wie ein hb#”
gieriger Landwirt gesteigerten Bodenertrag durch Beraubung de
Bodenfruchtbarkeit erreicht.
Die kapitalistische Produktion, die wesentlich Produktion ®
Mehrwert, Einsaugung von Mehrarbeit ist, produziert also mit def
Verlängerung des Arbeitstages nicht nur die Verkümmerung ie
menschlichen Arbeitskraft, welche ihrer normalen moralischen u? t
physischen Entwicklungs- und Betätigungsbedingungen beraub
wird. Sie produziert die vorzeitige Erschöpfung und Abtötung ae
Arbeitskraft selbst.?®® Sie verlängert die Produktionszeit des A
beiters während eines gegebenen Termins durch Verkürzung sein“
Lebenszeit.
Der Wert der Arbeitskraft schließt aber den Wert der Wa!
ein, welche zur Reproduktion des Arbeiters oder zur Fortpflanzu®
der Arbeiterklasse erheischt sind. Wenn also die naturwidrige ver
längerung des Arbeitstages, die das Kapital in seinem maßl0%
Trieb nach Selbstverwertung notwendig anstrebt, die Lebensperl® af
der einzelnen Arbeiter und damit die Dauer ihrer Arbeitsk!
verkürzt, wird rascherer Ersatz der verschlissenen nötig, also R
Eingehen größerer Verschleißkosten in die Reproduktion zn
Arbeitskraft, ganz wie der täglich zu reproduzierende Wertteil wr“
Maschine um so größer ist, je rascher sie verschleißt. Das Kap,
scheint daher durch sein eigenes Interesse auf einen Normalarb®
tag hingewiesen.
J;
4-
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105 Wir haben in unsern früheren Berichten die Angaben verschied®”
erfahrener Fabrikanten wiedergegeben, die bezeugen, daß Ueberstundel
sicherlich die Gefahr mit sich bringen, daß die Arbeitskraft der Arbeit
vorzeitig erschöpft wird.“ (Ebenda 64, 5. XIIL}