Full text: John Pierpont Morgan, der Weltbankier

Lage, das gesamte Rohmaterial des Landes zu kon- 
trollieren. Mit den unabhängigen Gesellschaften unter- 
hielt er freundschaftliche Beziehungen, und eine Art 
stillschweigenden Einverständnisses verhinderte ge- 
genseitiges Unterbieten. Von Zeit zu Zeit fand ein 
sogenanntes „Steel Dinner‘ statt, bei dem sich die 
Leiter der unabhängigen Gesellschaften und des Stahl- 
trusts trafen und in ihren Reden nach Tisch ver- 
sicherten, daß „die Geschäftslage in der Stahl- 
industrie gut sei”, So war in bezug auf die einst so 
unruhige Stahlindustrie das Goldene Zeitalter für den 
Kapitalisten angebrochen. Unlauterer und tödlicher 
Wettbewerb war durch eine gesunde Konkurrenz in 
der Erzielung möglichst günstiger Ergebnisse ersetzt 
worden. Menschen und Maschinen waren zu einer 
einzigen Übermaschine zusammengeschweißt worden. 
Das war das Werk, das Meisterwerk des hervor- 
ragendsten Gründers in einem Zeitalter von Gründern 
— und „Gründern. 
Elftes Kapitel 
ZUSAMMENSCHLUSS 
| Jahre 1865, als J. Pierpont Morgan, New York 
und London, sich nur mit Devisenhandel beschäf- 
tigte, als sein Name bei den Eisenbahnen und an der 
Effektenbörse noch unbekannt war und es noch keine 
modernen industriellen Korporationen und Trusts gab, 
erschien in einer sehr ernst zu nehmenden Londoner 
Zeitung die folgende prophetische Auslassung: 
„Wir stehen am Beginn eines neuen Zeitalters so- 
zialen Fortschrittes, das uns vielleicht den Höhepunkt 
bringen wird, den die materielle Zivilisation des Men- 
schen überhaupt erreichen kann. Das ist das Zeit- 
‚54
	        
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