Wollindustrie, zum Durchbruche zu verhelfen, so daß die Verarbeitungsbeschrän-
zungen für Wolle und Hadern sehr bald beseitigt wurden und es den Unter-
aehmungen der Wollindustrie im wesentlichen überlassen blieb, selbst für die Be-
schaffung von Rohmaterial Sorge zu tragen,
Im Jahre 1919 war die Brünner Wollindustrie zum großen Teile noch auf
die Verarbeitung der Materialien angewiesen, die aus der Liquidation
der ehemaligen Woll- und Hadernzentrale zuflossen, da die Rahmaterial-
einfuhr aus dem Auslande infolge des Verbotes der Transferierung von tschecho-
slowakischen Kronen auf große Hindernisse stieß. Immerhin gelang es, größere
Posten hochwertiger Rohstoffe aus dem Auslande einzuführen und
wenn auch in beschränktem Umfange die Erzeugung von Qualitäts-
ware aufzunehmen. Die Arbeiterzahl der Brünner Wollindustrie
steigt gegen Jahresende bis auf rund 60% des Friedensstandes.
Im Jahre 1920 konnten im großen ganzen die Schwierigkeiten
überwunden werden, die sich in der ersten Zeit nach dem Kriege
der Rohstoffbeschaffung entgegenstellten, und die Brünner Wollindustrie
setzte mit verdoppelter Energie ihre Anstrengungen fort, sich den Weg auf die
Weltmärkte des Westens und nach Übersee zu bahnen. Die um die Mitte des
Jahres beginnende, von Japan ausgehende allgemeine Krise brachte jedoch
lie Brünner Wollindustrie zunächst um den Erfolg ihrer Bemühungen.
In der zweiten Hälfte des Jahres ı921 besserte sich die all-
zemeine geschäftliche Lage und die Brünner Fabriken erhielten aus dem
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