thumbs: Wirtschaftlichkeitslehre

des einzelnen und der sozialen Gebilde, Disziplinen, die einen 
neuen Wertbegriff benützen, der weit ab liegt von dem in der 
Volkswirtschaftslehre herkömmlichen Wertbegriffe, 
Der Wirtschaftlichkeitslehre darf man keineswegs den Vorwurf 
machen, daß sie die Menschen noch weiter von der Wirtschaft, 
von dem »Materiellen« abhängig sein lassen oder machen will, 
als es bisher der Fall war. Sie ist nichts weniger als bloßer Ma- 
terialismus, nichts weniger als, worauf allerdings der Name »Ratio- 
nalisierung« deuten würde, nackte Herrschaft der ratio, der Vernunft, 
verbunden mit der Vertreibung des Gefühles, des Willens, der Sitte 
und des Rechts. 
Das Grundmerkmal, von der die Wirtschaftlichkeitslehre ausgeht, 
ist die persönliche Tüchtigkeit in der Einzelwirtschaft und im 
Berufe, zunächst subjektiv verstanden und erst dann auch im 
objektiv-wirtschaftlichen Sinne, in Beziehung auf die Sachen. Dazu 
kommt, als zweites grundlegendes Merkmal, das planvolle 
Zusammenarbeiten .(co-operation) aller in einem wirtschaftlich- 
sozialen Gebilde — Haushalt, Betrieb, öffentliches Gemeinwesen — 
also freiwillig, vertragsmäßig oder sonst rechtlich vereinigten Personen, 
die starke Betonung der übereinstimmenden Interessen dieser 
Gemeinschaftsangehörigen gegenüber ihren — allerdings ebenfalls 
realiter vorhandenen — gegensätzlichen Interessen; die neue Lehre 
dient daher hohen, sozialethischen, man könnte sagen pazifistischen 
Zielen. Denn immer steht für die Wirtschaftlichkeitslehre der Mensch 
im Mittelpunkte der Erörterung, nicht äußere Dinge, nicht ver- 
schwommene »Verhältnisse«, »Beziehungen« u. dgl., sondern der 
wirtschaftende Mensch, der von Bedürfnissen strotzende Mensch; 
von ihm gehen aus — zu ihm führen wieder alle Untersuchungen, 
für ihn werden Reformgedanken erprobt und in die Praxis übersetzt; 
Jie rationellere Produktion und der rationellere Absatz samt Verkehr 
sollen vor allem mit immer besserer Versorgung der einzelnen 
Menschen verbunden sein. 
Die Wirtschaftlichkeitslehre appelliert dabei nicht an die Gesetz- 
gebung, sie hält den Zwang von oben oder außen für kein 
rationelles Rationalisierungsmittel, sondern vermeint, daß nur durch 
unausgesetzte Belehrung und Aufklärung, durch Vorführung praktisch 
erprobter besserer Mittel und Methoden des Wirtschaftens die ratio 
von immer mehr Wirtschaftsmenschen zu immer größerer Wirtschaft- 
lichkeit gebracht werden kann. So aufgefaßt, entspricht die neue
	        
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