Full text: Wege zur Rationalisierung

nahmen müssen sich schließlich in einer Steigerung des Wertes 
der von jedem Arbeiter hervorgebrachten Leistung, einer Er- 
höhung der Produktionsleistung pro Arbeitskraft oder allgemein 
pro Kopf auswirken. In dieser Werterhöhu ng pro 
Arbeitskralft liegt in der Tat das besondere Ziel unserer 
Wirtschaft, Bei dem verhältnismäßig geringen eigenen Besitz 
an Rohstoffen und der daraus sich ergebenden Notwendigkeit, 
bedeutende Rohstoffmengen aus dem Auslande einzuführen, 
müssen wir uns bemühen, aus diesen Rohstoffen möglichst hoch- 
wertige Erzeugnisse hervorzubringen, damit wir recht viel von 
unseren Fähigkeiten und Fertigkeiten nutzbar und gewinn- 
bringend zur Wirkung bringen, Dieser Gesichtspunkt wird bei 
uns noch wenig beachtet, obwohl er der richtige ist, denn er 
schließt ebenso die Forderung der Qualitätsarbeit ein wie die 
einer Verminderung der Produktionskosten und sagt, daß wir 
mit derselben Arbeitskraft höhere Werte oder dieselben Werte 
mit weniger Arbeitskräften produzieren sollen, 
Schließlich wäre noch darauf hinzuweisen, daß der Gedanke, 
die Wirtschaftlichkeit durch Heruntersetzen der Lohnhöhe zu 
steigern, nicht den Rationalisierungsbestrebungen dient. Diese 
wollen vielmehr die Einkommen der Arbeiter steigern, damit 
im Interesse der Gesundheit und Lebenskraft unserer Be- 
völkerung die Lebenshaltung erhöht werden kann. Die Kunst der 
Rationalisierung besteht vielmehr darin, trotz guter Löhne 
niedrige Herstellungskosten herbeizuführen. 
Vorüber sind die Zeiten, in denen der Handwerker ohne 
große Sorgen und Anstrengungen seinen Betrieb ertragreich 
Führen konnte, Er ist heute in den Strom des Hastens und 
Jagens mit hineingezogen und muß das Tempo des Fortschrittes 
einhalten, wenn er nicht zugrunde gehen will, Aber er braucht 
nur seiner Kräfte und Fähigkeiten sich recht bewußt zu werden 
und erfüllt zu sein von dem Muß, das uns alle vorwärtstreibt, 
Dieses Muß aber ist die Steigerung der Wirtschaftlichkeit aller 
gewerblichen Tätigkeit, es wird für uns zu einer gern getanen 
Pflicht, wenn wir‘ daran denken, daß die glückliche Zukunift 
unseres Volkes es von uns fordert. 
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