wirtschaftlichen Folgen dienen, wozu Mehrlohn, wenn der
Genuß des erhöhten Lebensstandards durch eine allzu inten-
sive Arbeit verhindert wird? Wie könnte sich die Wirkung
einer verbesserten Lebenshaltung gegen die Folgen einer zwar
einträglichen, aber‘ gesundheitlich schädigenden Arbeitsweise
durchsetzen? Es liegt durchaus in der Richtung der technischen
Entwicklung, die ja vorwiegend eine Maschinenentwicklung
gewesen ist, den Anteil der menschlichen Arbeit zu verkleinern
und zu erleichtern, nicht nur die Leistungszilfer zu erhöhen,
sondern vor allem auch die Leistungsfähigkeit zu
erhalten, So vermögen z. B. Arbeiter an automatischen
Webstühlen bis zum sechzigsten Lebensjahr einen gleichmäßig
hohen Lohn zu erzielen, während die Lohnkurven von Webern,
die in primitiver ausgestatteten Betrieben arbeiten, bereits im
zweiunddreißigsten Jahr stark abzufallen beginnen, Die Ab-
nutzung ist die chronische und späte Wirkung der Arbeit, ihre
akute und frühe ist Ermüdung, Diese ist denn auch das
Kriterium für die Zumessung einer Arbeit nach Art und Dauer
und aus diesem Grunde steht die Ermüdungsforschung
im Mittelpunkt psycho-physiologischer Arbeitswissenschalft,
Ermüdung ist ein komplexer Begriff, der die verschieden-
artigsten Vorgänge im menschlichen Organismus einschließt.
Denn die Angriffspunkte der einzelnen Arbeitsarten sind ver-
schieden, und ebenso unterscheiden sich die Reaktionsweisen
dieser verschiedenen Angriffspunkte (Körpergewebe) grund-
sätzlich voneinander, Der Entstehungsmechanismus der Muskel-
ermüdung ist in den letzten Jahren näher bekannt geworden,
die anderen Ermüdungsvorgänge dagegen sind noch ungeklärt,
In der Wirklichkeit aber erstreckt sich die Ermüdung, auch
wenn sie nur von einem Teil des Körpers, etwa einem Muskel-
gebiet, ausgeht, schließlich auf seine sämtlichen Teile, Ist also
die wissenschaftliche Erkenntnis der Ermüdungsvorgänge im
Organismus noch höchst unvollkommen, so gibt es doch für die
Praxis eine Reihe wichtiger Ergebnisse der Ermüdungsforschung.
Gewisse Aeußerungen der menschlichen Natur zeigen nämlich
mehr oder minder frühzeitig den Eintritt der Ermüdung an und
diese Erscheinungen hat man zu Ermüdungsprüfungen (Er-
müdungstests) zu verwenden gesucht. Hat Taylor, der Nur-
Techniker, die Ermüdung wie überhaupt den ganzen „mensch-
lichen Faktor‘ in seine sonst so feinen Rechnungen nicht
eingesetzt, so wurde dem Ermüdungsproblem doch. schon von
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