Aber es ist etwas anderes, zuzugeben, daß die weit ent-
legenen Folgen der Konkurrenz zur Vernichtung jedes be-
sondern neuen Vorteils führen, und etwas anderes zu be-
haupten, daß sie durch übernatürlichen Zwang die einzelnen
Unternehmer nötigen kann, sich von Anfang an dürre und
unersetzliche Verluste aufzuerlegen. Die Konkurrenz könn-
te nicht die gleichen Wirkungen haben, die schließlich zum
Schaden der Unternehmer führen, wenn ihnen nicht das
unmittelbare Interesse jedes einzelnen den Weg öffnete.
Mit einem Wort, die Konkurrenz besitzt weder eigenes
Leben noch eigenen Willen unabhängig von den beteiligten
Personen, noch verfügt sie über eine bewaffnete Macht, die
jeden Unternehmer zwingt, von Anfang an gegen das eigene
unmittelbare Interesse zu handeln.
Ihr wahrer Charakter ist vor allem hinterlistig. Sie ruft
schließlich den allgemeinen Interessen auch der Einzelnen
entgegengesetzte Wirkungen hervor, sofern, und nur sofern
die Einzelnen ganz zuerst in der von ihr gewollten Rich-
tung, aber gemäß dem eigenen unmittelbaren Interesse,
handeln. Wenn es nicht so wäre, würde. der Konkurrenz-
prozeß selbst nicht zu verwirklichen sein.
Um zusa nmenzufassen: die Unternehmer sind von der
Konkurrenz gezwungen, sich in einer bestimmten Richtung zu
bewegen; wobei sie jedoch stets suchen, Mittel anzuwenden,
die — wenigstens am Anfang — den Spielraum (Mehrpreis,
Mehrwert) erweitern. Also nicht einmal durch Konkurrenz
kann die Tatsache erklärt werden, wieso die Unternehmer
sich so verschlechtern, daß sie einen wachsenden Anteil
ihres Kapitals aus der Anlage, die einen Mehrwert sichert
in die, die vom ersten Augenblick an den Mehrwert selbst
aufhebt, umwandeln.
Marx mußte also, durch die Voraussetzungen, die das
Vorproblem lösen sollten, selbst machtlos gemacht, seine
Bemühungen darauf beschränken, eine andere sekundäre
Frage zu beantworten, die, wie wichtig auch immer, der
ersten untergeordnet ist, die Frage nämlich: wieso — trotz
der verschiedenen perzentuellen Zusammensetzung der
Gesamtkapitalien der einzelnen Betriebe aus konstantem
und variablem Kapital und trotz der daraus folgenden ver-
schiedenen Höhe der Mehrwerte — die Bildung eines Durch-
schnitts-Profits möglich ist.
Kurz, Marx sagt uns nicht, wie und warum die Unter-
nehmer darauf eingehen, einen wachsenden Anteil ihres
Gesamtkapitals aus einer Form, die einen Mehrwert sicher-
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